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Nun doch: Land prüft Beteiligung am Flughafen

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erstellt am 21.Aug.2013 | 06:54 Uhr

Schwerin/Laage | Also doch: Seit zwei Jahren erwehrt sich Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) Forderungen der Wirtschaft und Flughafengesellschafter, das Land müsse sich Airport Rostock-Laage beteiligen. Das Land leiste mit 500 000 Euro jährlich einen großen Anteil am Verlustausgleich, meinte Schlotmann erst vor zwei Monaten. Eine Beteiligung des Landes an der Betreibergesellschaft: "Das sehe ich nicht", meinte er damals. Nun wackelt Schlotmann: Vor dem Hintergrund neuer EU-Fördervorgaben für Regionalflughäfen prüft das Land nun doch Beteiligungsmöglichkeiten am hochdefizitären Flughafen. Wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums gestern sagte, soll die Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC, die im Auftrag der Landesregierung bereits die Wirtschaftlichkeit des Airports untersucht hatte, vier Modelle durchspielen. Die Spanne reiche vom kompletten Ausstieg des Landes über Minderheits- und Mehrheitsbeteiligungen bis zur vollständigen Übernahme in Landesträgerschaft. "Das ist eine ergebnisoffene Prüfung", sagte ein Sprecher Schlotmanns. Bislang sind die Städte Rostock und Laage sowie der Landkreis Rostock Gesellschafter.

Der Flughafen schreibt wegen der geringen Auslastung seit Jahren rote Zahlen. Der Zuschussbedarf lag zuletzt bei 2,5 Millionen Euro im Jahr, 500 000 Euro kamen vom Land. 2012 waren 204 000 Passagiere in Laage gezählt worden, knapp 20 000 weniger als im Jahr davor. Weil zwei Airlines den Flugbetrieb von Rostock-Laage aus einstellten, setzte sich der Rückgang im ersten Halbjahr 2013 verstärkt fort. Die Zahl der wöchentlichen Abflüge sank.

Heute befasst sich der Finanzausschuss des Landtags mit dem bislang unter Verschluss gehaltenen Wirtschaftlichkeitsgutachten. Dem Vernehmen nach stellten die Prüfer fest, dass es kaum noch Einsparmöglichkeiten am Flughafen gibt, Einnahmemöglichkeiten etwa durch gastronomische Angebote aber noch unerschlossen sind. Den Landtagsmitgliedern soll das Gutachten seit Montag vorliegen. In der kommenden Woche wird die Zukunft des Flughafens auch Thema im Verkehrsausschuss des Parlaments sein.

Seit Jahren gibt es Streit um die Millionenzuschüsse des Landes für die Flughäfen in MV. SPD und CDU hatten sich in ihrem 2011 geschlossenen Koalitionsvertrag darauf verständigt, die Förderung auf Laage zu konzentrieren, die Zuwendungen aus der Landeskasse aber schrittweise zurückzufahren, von 750 000 Euro im Jahr 2011 auf 300 000 Euro im Jahr 2016.

Laut Verkehrsministerium soll das neue Gutachten Ende des Jahrs vorliegen und dann Anfang 2014 im Koalitionsausschuss über das künftige Vorgehen des Landes entschieden werden. SPD und CDU halten Rostock-Laage für die überregionale Erreichbarkeit Mecklenburg-Vorpommerns und die Anbindung an den Luftverkehr bislang für unverzichtbar. Die Opposition hingegen beklagt seit Längerem "Geheimniskrämerei der Landesregierung". Die Linke verlangt auch unter Hinweis auf die bevorstehenden Haushaltsberatungen für den Doppel etat 2014/2015 Klarheit zu den Plänen der SPD/CDU-Regierung.

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