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Mecklenburg-Vorpommern

23. August 2017 | 16:07 Uhr

Rostock : Nun doch Ehrung für Snowden?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Philosophische Fakultät weist Beanstandung von Rektor Schareck zurück / FU Berlin will Ex-Geheimdienstmitglied auszeichnen

Der Streit um die Ehrendoktorwürde für Edward Snowden an der Universität Rostock zieht sich weiter hin. Nachdem Uni-Rektor Wolfgang Schareck die Auszeichnung des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters beanstandete, hat nun die Philosophische Fakultät erneut dazu abgestimmt. Die große Mehrheit entschied sich dafür, die Beanstandung zurückzuweisen. Das sagt der Dekan der Fakultät, Hans-Jürgen Wensierski.

Während die Uni Rostock noch über eine Entscheidung diskutiert, hat die Freie Universität Berlin bereits gehandelt. Dort soll Snowden zum Ehrenmitglied ernannt werden. Das hat der Akademische Senat der FU nach einem Antrag der Studentenvertreter entschieden.

Unterdessen bemüht sich in Rostock die Philosophische Fakultät nun darum, intern mit dem Rektor eine einvernehmliche Lösung zu finden. Mitte Mai hatte die Fakultät beschlossen, Snowden zum Ehrendoktor zu erklären. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass Snowden mit der Enthüllung der Abhörpraktiken des US-Geheimdienstes NSA die klassische Funktion eines Aufklärers erfüllt habe. Damit hatte er den Abhör-Skandal der NSA ins Rollen gebracht. Genügend wissenschaftliche Gründe für eine Ehrenpromotion soll es außerdem geben. So sei Snowden methodisch kontrolliert mit Daten umgegangen und habe das Datenmaterial analytisch untersucht.

Den Universitätsstatuten zufolge ist allein die Fakultät für die Verleihung zuständig. Als Rechtsaufsicht hatte Rektor Schareck das Verfahren gestoppt. Er begründete seinen Entschluss damit, dass die Übergabe von Datenmaterial an die Medien nicht als wissenschaftliche Leistung begründet werden könne. Daraufhin hatte die Fakultät ein Rechtsgutachten des Ex-Bundesverfassungsrichters Brun-Otto Bryde eingeholt, welcher sich für die Verleihung der Ehrendoktorwürde positionierte. Er kritisierte Schareck, weil dieser Grenzen überschreite, die ihm bei der Überprüfung akademischer Entscheidungen gesetzt sind. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) setzte sich für den Rektor ein und bezeichnete seine Entscheidung als richtig und konsequent. Caffier sagte, er könne weder einen wissenschaftlichen noch gesellschaftlichen Mehrwert im Handeln von Snowden erkennen.

 

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