Bürgerwehr Güstrow : NPD-Politiker mit Teleskopschläger

Hausdurchsuchung bei Mitglied der „Bürgerwehr Güstrow“

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15. April 2015, 20:00 Uhr

Angeblich will die selbsternannte „Bürgerwehr Güstrow“ für Sicherheit und Ordnung in der Barlach-Stadt sorgen. Doch jetzt ist die vorwiegend aus Rechtsextremen bestehende Gruppe selbst ins Visier der Ermittler geraten. Verstoß gegen das Waffenrecht wird Nils Matischent, einem der Organisatoren, vorgeworfen. Die Polizei ermittelt.

Matischent, Stadtvertreter der NPD in Güstrow, soll der Zollfahndung wegen des Verdachts des illegalen Handels mit unversteuerten Zigaretten schon vor Wochen aufgefallen sein. Wie unsere Redaktion gestern aus Polizeikreisen erfuhr, hatte es deshalb bereits am 31. März eine Hausdurchsuchung bei dem vorbestraften Güstrower gegeben. Bei der Razzia seien eine größere Anzahl umgebauter Elektroschocker und Teleskopschläger sichergestellt worden, hieß es.

Der 25-Jährige ist bei Justiz und Polizei kein Unbekannter. Das Amtsgericht Güstrow verurteilte den NPD-Kommunalpolitiker im vergangenen Jahr wegen Diebstahls. Die Richter verhängten eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Matischent hatte gestanden, mit zwei weiteren Tätern, in einen Wertstoffhof in Güstrow eingedrungen zu sein und dort unter anderem 20 Waschmaschinen gestohlen zu haben.

Ende März hatte sich nach Polizeiangaben unter Mithilfe des NPD-Mannes die „Bürgerwehr Güstrow“ formiert. Am Osterwochenende patrouillierten die Mitglieder aufgeteilt in mehreren Gruppen erstmals durch die Stadt – unter den Augen der Polizei. Die Beamten stellten nach eigenen Angaben von 27 Teilnehmern die Personalien fest. Bei einer Person wurde ein Böller gefunden. Ein Verbot der Aktion war jedoch nicht möglich. „Wir haben diese Leute aber im Blick“, sagte der Güstrower Polizeisprecher Gert Frahm. Nur wenige Tagen später wurde die Güstrower Stadtvertreterin Karen Larisch (Linke) zum wiederholten Mal Ziel rechter Attacken. Unbekannte marschierten vor dem Haus der Kommunalpolitikerin auf und klebten Aufkleber mit rechtsextremen Inhalten an ihr Hauses. Laut Frahm bestehe ein Zusammenhang zwischen der Aktion und der Bürgerwehr.

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