Arbeitslosigkeit steigt in MV und fällt in der Prignitz : November-Grau auf dem Arbeitsmarkt

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November-Grau auf dem Arbeitsmarkt in MV: Die Arbeitslosigkeit steigt entgegen dem Bundestrend weiter an. Im November waren im Land 94 900 Frauen und Männer ohne Job, 3700 oder 4,1 Prozent mehr als im Oktober.

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29. November 2012, 07:42 Uhr

Schwerin/Kiel | November-Grau auf dem Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern: Die Arbeitslosigkeit steigt entgegen dem Bundestrend weiter an. Im November waren im Land 94 900 Frauen und Männer ohne Job, 3700 oder 4,1 Prozent mehr als im Oktober. Die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, wertete dies gestern als Zeichen, dass sich die wirtschaftliche Dynamik abschwächt. "Der Motor läuft nicht mehr wie geschmiert." Es seien 1500 (3,6 Prozent) weniger freie Stellen gemeldet worden als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Der Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sei mit 1500 oder 0,3 Prozent sehr gering. Aber: "Wir haben nach wie vor eine stabile Arbeitsmarktlage", sagte Haupt-Koopmann. Es gebe keine Hinweise auf Einbrüche durch die Eurokrise. Zudem ist der November immer durch das Ende der Tourismussaison an Ostseeküste und Seenplatte gekennzeichnet. 2100 der neuen Arbeitslosen kämen allein aus dem Gastgewerbe.

Dennoch waren laut Bundesarbeitsagentur in diesem November 3800 Menschen weniger arbeitslos als im November des Vorjahres. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 11,2 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Das ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem November seit der Wiedervereinigung.

Während immer mehr Betriebe Fachkräfte suchen, sind in Mecklenburg-Vorpommern 7500 Männer und Frauen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsabschluss und ohne Arbeit. Wie Margit Haupt-Koopmann sagte, haben weitere 4300 Un- und Angelernte in diesem Alter eine - meist gering bezahlte - Beschäftigung. "Da schlummert noch ein Schatz", sagte sie mit Blick auf eine Berufsausbildung dieser rund 11 800 Menschen. Die Bundesagentur will den Männern und Frauen, die noch 30 bis 40 Arbeitsjahre vor sich habe, nun mehr Aufmerksamkeit schenken. "Da wollen wir verstärkt investieren", kündigte Haupt-Koopmann an. Während junge Leute bis zu 25 Jahren noch in eine klassische dreijährige Berufsausbildung gehen können, soll den etwas Älteren verstärkt eine erwachsenengerechte Ausbildung oder Umschulung angeboten werden.

Weniger Arbeitslose in der Prignitz

Gegen den Landestrend hat sich die Situation auf dem Prignitzer Arbeitsmarkt leicht verbessert. So sank die Arbeitslosenquote erneut von 11,3 auf 11,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie noch bei 13,6 Prozent. Hingegen hat sich die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg erhöht: Im Vergleich zum Vormonat um 414 auf 125 171, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 9,3 Prozent.

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