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Dach einsturzgefährdet : Notoperation für Burower Kirche

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Die schlimme Diagnose traf die Burower wie aus heiterem Himmel: Bei einer Routineuntersuchung stellte sich überraschend heraus, dass ihre Dorfkirche in große Not geraten ist. Am Dach- und Deckentragwerk sind schwere Schäden.

svz.de von
erstellt am 20.Mär.2012 | 12:06 Uhr

Burow | Die schlimme Diagnose traf die Burower wie aus heiterem Himmel: Bei einer Routineuntersuchung stellte sich überraschend heraus, dass ihre Dorfkirche in große Not geraten ist. Im Dach- und Deckentragwerk des Schiffes wurden so schwere Schäden festgestellt, dass das Dach sogar den Befund "einsturzgefährdet" bekam. Das Gotteshaus ist seit dem 6. März gesperrt und darf erst nach der Fertigstellung einer Notsicherung wieder betreten werden. Diese soll in den nächsten Tagen ausgeführt werden. Pastorin Ulrike Kloss ist zuversichtlich, dass die Burower den Gottesdienst am Gründonnerstag in ihrer Kirche feiern können. Über diesen kleinen Hoffnungsschimmer beginnt sich jedoch eine Sorgenlast aufzutürmen, die die Gemeinde fast zu erdrücken droht: Allein die Notsicherung wird voraussichtlich rund 6000 Euro kosten. Die Gerüsttürme, die für die Absteifung der geschädigten Auflager der betroffenen Hauptgebinde erforderlich sind, sollen zwar so montiert werden, dass die Nutzung des Kirchenraumes nur geringfügig eingeschränkt wird. Doch wie lange werden die Burower anschließend wohl mit einem Provisorium leben müssen? Diese bange Frage kann derzeit noch niemand beantworten. Der Kostenfaktor für die eigentliche Reparatur und damit die Rettung des Gotteshauses wird ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge bereits im sechsstelligen Bereich angesiedelt. Das ist ein schwerer Schlag für die verbundenen Kirchgemeinden Groß Pankow-Redlin, Burow/Gischow und Lancken, die bereits mit der gefährdeten Siggelkower Kirche einen besorgniserregenden "Fall" im Auge behalten müssen.

Im Kirchgemeindeverbund, zu dem zehn Kirchdörfer sowie vier weitere Orte gehören, gilt die 1873 geweihte Burower Kirche als die mit der größten Platzkapazität. Pastorin Ulrike Kloss ist immer wieder aufs Neue beeindruckt von der "sehr ansprechenden, geschlossenen, ästhetischen Einheit des Innenraumes" mit dem schlichten Altartisch, auf dem ein Kreuz und zwei Kerzen stehen. Die Frühlingssonne, die sich an diesem Morgen mit voller Kraft ihren Weg durch das Mosaikfenster des neugotischen, einschiffigen Backsteinbaus mit Feldsteinsockel bahnt, lässt die Sorgen für einen Moment vergessen. Aber nur für einen winzigen Augenblick.

Doch es gibt sie auch, die ersten Lichtblicke: "Die Horst und Gunhild Zillmer-Stiftung sowie der Verein Dorfkirchen in Not haben bereits signalisiert, dass sie für uns da sind", sagt Pastorin Kloss voller Dankbarkeit. Der Kirchgemeinderat hat inzwischen einen Aufruf gestartet: "Bitte helfen Sie uns, unseren Dorfschatz zu bewahren" bittet er Burower, ehemalige Burower sowie alle, die zur Rettung beitragen möchten, die Baukasse füllen zu helfen, damit die Gemeinde ihren Eigenanteil aufbringen kann. Beim Burower Bäcker Hillmann steht seit einigen Tagen eine Miniatur-Schatzkirche mit einem "Innenraum", groß genug für viele Cent-, Eurostücke und Scheine.


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