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Soforthilfe für Schwerstfälle : Nothilfe für 45 000 Patienten im Jahr

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Täglich drei bis vier Schlaganfall-Patienten und Opfer von Verkehrsunfällen - die Ärzte in der Notaufnahme der Helios-Kliniken retten jeden Tag Leben. „Nur auf Verbrennungen sind wir nicht spezialisiert", sagt Dr. Liebenow.

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erstellt am 02.Aug.2012 | 07:43 Uhr

Schwerin | Täglich drei bis vier Schlaganfall-Patienten und Opfer von Verkehrsunfällen - die Ärzte in der Notaufnahme der Helios-Kliniken retten jeden Tag Leben. "Nur auf Verbrennungen sind wir nicht spezialisiert", sagt Dr. Frank Liebenow. Er ist der ärztliche Leiter der Zentralen Notaufnahme (ZNA). "Schwere Verbrennungen müssen wir nach Lübeck oder Hamburg ausfliegen." Der Helikopter landet kaum hundert Meter von der Notaufnahme entfernt. Rund 300 Landungen registriert die Kliniken laut Liebenow im Jahr. Die Rettungswagen fahren direkt in die Notaufnahme hinein - Patienten, die noch ohne fremde Hilfe gehen können links, Schwerstkranke oder -verletzte rechts direkt neben die zwei Schockräume. Die Wege seien seit einem Jahr extrem kurz geworden, sagt Liebenow. Vor zwölf Monaten wurde der zweieinhalb Jahre dauernde Umbau der Notaufnahme abgeschlossen.

Etwa 45 000 Patienten erhalten in dem Gebäude mit den weithin leuchtenden roten Buchstaben auf dem Dach Soforthilfe. Aber nicht jeder ist ein wirklicher Notfall. Etwa 12 000 Erkrankte biegen seit einem Jahr links vor der Notaufnahme in die Ambulante Praxis des Kassenärztlichen Dienstes ab. Bauchschmerzen, leichte Verletzungen oder Zahnschmerzen: Der dort diensthabende Arzt übernimmt die Patienten, die nicht dringend Soforthilfe benötigen. "Entpuppen sich die Beschwerden doch als ernstzunehmender, können wir den Patienten direkt auf der Pritsche in die Notambulanz rollen", sagt Siegfried Mildner, Kreisstellenvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung MV. Seit der Kassenärztliche Notdienst im Jahr 1999 von der Röntgenstraße zum Lewenberg gezogen ist, sei das so. Bis heute sei diese Praxis sozusagen einmalig in Deutschland und halte den Klinikärzten in der Notaufnahme den Rücken frei. Den Kassenärztlichen Dienst sichert jeweils einer der 160 in der Region niedergelassenen Fachärzte - wochentags von 19 bis 7 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen rund um die Uhr. Die Mediziner springen dann ein, wenn die Praxen in der Stadt geschlossen haben.

"Vor allem erkrankte Urlauber führt der erste Weg zuerst in die Notaufnahme unseres Krankenhauses", erklärt Liebenow. Wenn der diensthabende Arzt des Kassenärztlichen Notdienstes die weniger bedürftigen Patienten abfängt, sichere das die oft lebenswichtigen Ressourcen der Notaufnahme. Bis zu 120 stark hilfsbedürftige Patienten pro Tag benötigen diese Soforthilfe. Die Notfälle kommen zu je einem Drittel aus eigenem Antrieb, mit dem Rettungswagen und direkt per Überweisung von einem Arzt. Immer mindestens vier Mediziner untersuchen, behandeln, richten und diagnostizieren in der Notaufnahme. Ein Intensivmediziner, ein Internist, ein Chirurg und ein Neurologe arbeiten dort Hand in Hand am Patienten, 24 Stunden am Tag. "Bei Bedarf werden aus den Fachkliniken Spezialisten hinzugerufen", sagt Liebenow. Dabei bietet die Notaufnahme alles, was für die akute Lebensrettung benötigt wird. In zwei Schockräumen stabilisieren die Mediziner akut in Lebensgefahr schwebende Menschen. "Die Zimmer sind kühler als normal, das ist für Reanimationen notwendig", so Liebenow. Gleich nebenan schließt sich ein Röntgenraum an. Gegenüber liegt der Not-OP-Saal. Anders als in den Schockräumen ist es dort anheimelnd warm, denn das unterstützt den Kreislauf von Schwerstverletzten, wie der Ärztliche Leiter erklärt. Ein- bis zweimal pro Jahr finden dort Not-Operationen statt. Zwischen den hochmodernen, medizinischen Geräten mutet die "erst kürzlich installierte" Rohrpost etwas veraltet an. "Die hat sich aber bewährt", berichtet Liebenow. Blutkonserven werden durchs Rohr geschossen und müssen nicht mehr per Botengang geholt werden. Andersherum erreichen Gewebeproben der Patienten so auf schnellstem Weg das Labor und können direkt untersucht werden, während die Erkrankten in einem der zehn zur Verfügung stehenden Intensivbetten rund um die Uhr unter Beobachtung stehen.

In der Notaufnahme werden die Patienten erstversorgt und dann je nach Bedürftigkeit in den Krankenhausbereich überwiesen. Die Mediziner des Kassenärztlichen Notdienstes arbeiten vor den Türen der Notaufnahme ein wenig anders, machen bei Bedarf sogar Hausbesuche. "Wir sind allerdings nur jenseits der Sprechstunden der Arztpraxen besetzt. Uns erreicht jeder unter der Rufnummer 116 117", sagt Mildner.

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