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Gebührenordnung wird nach 27 Jahren angepasst : Notarielle Dienste ab heute teurer

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Wer ab heute die Dienste eines Notars in MV in Anspruch nimmt, muss dafür je nach Anliegen tiefer als bisher in die Tasche greifen. Die Gebühren erhöhen sich bundesweit um durchschnittlich 15 Prozent.

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erstellt am 31.Jul.2013 | 08:07 Uhr

Schwerin | Wer ab heute die Dienste einer der 57 Notarinnen und Notare in Mecklenburg-Vorpommern in Anspruch nimmt, muss dafür je nach Anliegen tiefer als bisher in die Tasche greifen. Die Gebühren erhöhen sich nach Angaben der Bundesnotarkammer bundesweit um durchschnittlich 15 Prozent. "Der Gesetzgeber trägt damit den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung", erklärt Dr. Katrin Kölbl, Geschäftsführerin der Notarkammer Mecklenburg-Vorpommern. Seit 1986 seien die Notarkosten in Deutschland nicht mehr erhöht worden, jeder könne aber nachvollziehen, dass in dieser Zeit nicht nur Mieten und Energiekosten deutlich gestiegen seien. Auch die Gehälter der Notariatsangestellten mussten den Lebenshaltungskosten angepasst werden. Damit habe es inflationsbedingt in den letzten Jahren faktisch eine Gebührenabsenkung gegeben, betont die Kammergeschäftsführerin.

"Vor allem auf dem Land, wo vergleichsweise wenige Beurkundungen anfallen, stellt sich da schon die Frage, ob der Betrieb eines Notariats überhaupt noch lohnt", so Kölbl. Gerade angesichts der in Mecklenburg-Vorpommern anstehenden Gerichtsreform sei es aber wichtig, dass die Menschen zumindest noch einen Notar in der Nähe behielten. Die neue Gebührenordnung sehe gerade im unteren Segment eine Anhebung der Preise vor, erläutert Kölbl, "damit auch kleine Notariate auf dem Land weiter kostendeckend arbeiten können".

Der Verein Wohnen im Eigentum rechnet vor, dass beim Kauf einer Immobilie im Wert von 100 000 Euro jetzt Honorare in Höhe von 970 Euro anfallen. Bislang waren 740 Euro fällig - ein Anstieg also um 31 Prozent. Bei höheren Immobilienwerten fällt die Steigerung moderater aus: Bei 200 000 Euro steigen die Honorare um 22 Prozent von 1270 auf 1550 Euro, nur 16 Prozent beträgt der Anstieg bei 500 000 Euro (von 2880 auf 3340 Euro).

Das Kostenrecht sei jetzt transparenter und einfacher, so Kammergeschäftsführerin Kölbl. Denn erst jetzt sei wirklich jede notarielle Tätigkeit einzeln im Kostenverzeichnis und den Gebührentabellen ausgewiesen, bislang hätte es zahlreiche Auffangtatbestände gegeben, die das Nachrechnen erschwerten.

Neben der Transparenz der neuen Gebührenordnung nennt Kölbl auch die in einigen Positionen sinkenden Kosten als Gewinn für den Bürger: Unterschriftenbeglaubigungen durften bislang bis 130 Euro kosten, künftig werden mindestens 20, maximal 70 Euro fällig. Beurkunden Notare am Krankenbett oder im Haushalt des Klienten, dürfen sie dafür auch bei mehreren Rechtsgeschäften - beispielsweise Testament, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht - jetzt nur noch eine Auswärtsgebühr berechnen. Das Notaranderkonto wird, je nach Höhe der Einlage, um bis zu 60 Prozent preiswerter. Und auch die Löschung einer eingetragenen Grundschuld wird abhängig von deren Höhe billiger - laut Immobilienfinanzierer Interhyp fallen beispielsweise bei einer Grundschuld über 350 000 Euro statt 130 jetzt nur noch 20 Euro Löschungsgebühren an.

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