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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 01:17 Uhr

Bericht : Nordosten Vorbild bei Krebsvorsorge

vom
Aus der Onlineredaktion

Niedrige Teilnahmeraten sind im Bundesvergleich gut. Aber: Hohe Krebssterblichkeit

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Vorsorge rettet Leben. So plakativ dieser Satz klingt, so wahr ist er, vor allem in Bezug auf Krebserkrankungen. Laut „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016“ kennen 80 Prozent der Bevölkerung die entsprechenden Angebote – genutzt werden sie aber von sehr viel weniger Menschen.

Wie aus dem „Arztreport 2017“ der Barmer hervorgeht, sind Männer in Mecklenburg-Vorpommern in dieser Hinsicht vorbildlich , wie der Sprecher der Krankenkasse, Bernd Schulte, hervorhebt. 13,84 Prozent der Männer im anspruchsberechtigten Alter nutzen demnach die Krebsvorsorge. „Dies ist im bundesweiten Vergleich der Spitzenwert. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 11,52 Prozent“, verdeutlicht Schulte. Am seltensten gehen laut Barmer-Arztreport Männer im Saarland (9,54 Prozent der Anspruchsberechtigten), in Bayern (9,75 Prozent), in Rheinland-Pfalz (10,47 Prozent) und in Schleswig-Holstein (10,66 Prozent) zur Krebsvorsorge.

Auch die Frauen in Mecklenburg-Vorpommern nutzen nach Schultes Worten die Vorsorge intensiv. Im Ländervergleich liegen sie mit 44,05 Prozent auf dem dritten Platz hinter Sachsen (45,17 Prozent) und Brandenburg (44,67 Prozent). Am weitesten unter dem Bundesdurchschnitt von 40,61 Prozent liegen auch hier das Saarland (9,54) und Bayern (9,75). Generell sind laut Barmer die Teilnahmeraten in den neuen Bundesländern durchgängig höher als im Bundesdurchschnitt.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise bei der Sterberate von Männern, die an Darmkrebs erkrankt sind, eine traurige Spitzenposition in Deutschland einnimmt. Darauf weist der Landesverband der Deutschen Krebsgesellschaft hin. „Hier muss dringend gegenreguliert werden“, fordert deren geschäftsführender Vorstand Prof. Dr. Klaus Dommisch. „Gerade was die Vorbeugung von Darmkrebs betrifft, können wir auf nachweislich sehr effektive Früherkennungsuntersuchungen zurückgreifen.“ Auch die Kosten von Untersuchungen zur Früherkennung von Haut-, Gebärmutterhals-, Brust- und Prostatakrebs werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Teilnahme daran ist allerdings freiwillig.

In MV leben aktuell etwa 80 000 Menschen, die an Krebs erkrankt sind. Jährlich werden 11 000 Neuerkrankungen diagnostiziert.

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