Agrarförderfond : Nordosten verliert Agrar-Millionäre

<p>Marion (r.) und Thomas Rühe (l.) vom Zwillingshof Rühe in Severin mit ihren Galloway-Rindern teil.</p>

Marion (r.) und Thomas Rühe (l.) vom Zwillingshof Rühe in Severin mit ihren Galloway-Rindern teil.

Zwei Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern unter den Top-5 der größten Beihilfeempfänger

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12. Juni 2018, 20:45 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern zählt weniger Agrar-Beihilfemillionäre: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der großen Zahlungsempfänger zurückgegangen. So erhielten neun Unternehmen im Nordosten mehr als eine Million Euro Staatshilfe aus Agrarförderfonds. Ein Jahr zuvor waren es noch elf, geht aus der jetzt vorgelegten Subventionsliste der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) in Bonn hervor.

Direktzahlungen als Ausgleich für preiswerte Lebensmittel, höhere Umweltschutz-, Tierschutz- und Verbraucherschutzstandards, Umweltförderung, Markthilfen, Liquiditätshilfen für Milchviehhalter: Jährlich zahlt Brüssel den Bauern in MV etwa 354 Millionen Euro Prämien aus – für etwa 4700 Betriebe. Hinzu kommen Prämienempfänger in öffentlicher Hand – Landesforstanstalt für die Waldflächenentwicklung, die Bürgschaftsbank für Investitionen, das Land für den Küsten- und Hochwasserschutz.

In besonderem Maße profitierten Gemüseproduzenten von den Fördermillionen: So gehört die Erzeugerorganisation für Obst und Gemüse Mecklenburger Ernte Schwerin mit acht Obst- und 22 Gemüseproduzenten mit einer Jahreszahlung von 3,81 Millionen Euro im vergangenen Jahr zu den drei größten Beihilfeempfängern in Deutschland – noch einmal 1,1 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor. Mit unter den Top-5 der Millionäre: der Molkerei-Konzern Arla mit seiner Molkerei in Upahl im Landkreis Nordwestmecklenburg und knapp 100 Milchlieferanten in Mecklenburg-Vorpommern. In der Milchkrise erhielt der Konzern 3,1 Millionen Euro Markthilfe. Auch die Agrar-Produkte Spornitz gehört wie schon in den Vorjahren zu den Top-Empfängern in Deutschland: 1,7 Millionen Euro erhielt das Unternehmen im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Geldsegen-Segen vor allem für ostdeutsche Betriebe: Drei Viertel aller etwa 100 Beihilfe-Millionäre in der Agrar- und Ernährungswirtschaft Deutschlands wirtschaftet in den neuen Ländern – etwa jeder Zehnte in Mecklenburg-Vorpommern, vor allem aber jeder Vierte in Sachsen.

Die Großbauern im Osten müssen sich derweil auf deutliche Kürzungen einstellen: Mit den Vorschlägen Brüssels, ab 2020 Beihilfezahlungen ab einer Höhe von 100 000 Euro zu kappen, drohen den Unternehmen erhebliche Einnahmeverluste. Würden die Pläne umgesetzt , sei ein Großteil der Agrarbetriebe in MV nicht mehr lebensfähig, kritisierte Bauernpräsident Detlef Kurreck, das neue EU-Finanzkonzept.

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