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Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 13:27 Uhr

Studie : Nordosten bei Organspende vorn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aber: In Mecklenburg-Vorpommern stehen dennoch 15 Menschen mehr auf der Warteliste als vor einem Jahr

Als vorbildhaft hat sich Mecklenburg-Vorpommern in Sachen Organspende erwiesen. Denn auf eine Million Einwohner kommen im Nordosten 18,2 Organspenden, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) anlässlich des heutigen Tages der Organspende bekannt gegeben hat.

Lediglich Hamburg hat mit 22,4 Organspendern auf eine Million Einwohner ein besseres Verhältnis. Im Schnitt melden sich deutschlandweit auf eine Million Einwohner nur 10,9 Menschen als Organspender an, heißt es weiter. Schlusslicht der Statistik bildet das Nachbarland Schleswig-Holstein, in dem 7,8 Spenden auf eine Million Menschen gezählt wurden.

Laut Angaben von Eurotransplant sind die vier am häufigsten gebrauchten Organe von Patienten auf der Warteliste in Deutschland die Nieren (7645 Wartende), das Herz (972), die Leber (1815) und die Lunge (459).

In Mecklenburg-Vorpommern warten nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) insgesamt 302 Menschen derzeit auf eine Organspende. Damit habe sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15 erhöht. Besonders oft hoffen Betroffene auf eine neue Niere. Allein im Nordosten benötigen der TK zufolge 222 Patienten dieses Organ. 66 Mecklenburger und Vorpommern stehen für eine Lebertransplantation und zwölf für ein neues Herz auf der Warteliste.

„Organspende ist ein großer humanistischer Ausdruck der Nächstenliebe, mit denen Menschen über ihren Tod hinaus anderen Menschen Leben schenken“, erklärt Professor Dr. Erich Donauer, Ärztlicher Direktor des MediClin-Krankenhauses Plau am See. Daher sollte sich jeder Mensch mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen und für sich entscheiden, ob und welche Organe er oder sie im Falle eines Todes einem anderen kranken Menschen schenken könne, fügt er hinzu.

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schweren Hirnschädigungen – zum Beispiel nach einem Unfall – gehöre zum Alltag auf den Intensivstationen, heißt es in der Kampagne Pro-Organspende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). In vielen Fällen können die Intensivmedizin und eine Rehabilitation den Patienten helfen. Bei einigen seien die Schädigungen jedoch so massiv, dass die Gehirnfunktion unwiederbringlich und vollständig zerstört werde. Atraumatische Hirnschädigungen im Rahmen von internistischen und neurologischen Erkrankungen sind nach Angaben der DSO die häufigsten Ursachen eines Hirntodes.

Die häufigste Todesursache waren mit 60 Prozent der Fälle Hirnblutungen. Ein wichtiger Hinweis auf den Hirntod sei es, wenn die Pupillen weit werden und nicht mehr auf Licht reagieren. Weitere Untersuchungen bestätigen dann den Hirntod. Dieser bezeichnet den unwiederbringlichen Verlust jeder Wahrnehmung, des Denkens, der Steuerung der Atmung und der zentralen Steuerungsfähigkeit für die gesamten Körperfunktionen. In dem Fall sei eine Organ- und Gewebespende theoretisch möglich, heißt es. Die Zustimmung kann aus einem Organspendeausweis, aus dem mutmaßlichen Willen oder durch Angehörige gegeben werden.


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