Nordkirche als Grundbesitzer

Synode will einheitliche Regeln nach mecklenburgischem Vorbild

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01. März 2015, 15:35 Uhr

Wer darf künftig Kirchenland bewirtschaften? Und welche Form der Landwirtschaft dürfen Pächter eines Pfarrackers betreiben? Solche Fragen werden immer wichtiger: Rund 21  000 Hektar Land haben Kirchgemeinden allein im Kirchenkreis Mecklenburg an Landwirte verpachtet. Mancherorts ist die Kirche der einzige Landbesitzer, von dem junge Landwirte noch Ackerflächen pachten können. Deswegen debattierte die Synode auf Antrag des Kirchenkreises Mecklenburg am Sonnabend über dieses Thema. „Wir sehen uns zunehmend damit konfrontiert, dass der dörfliche Frieden in Gefahr ist“, sagte der Synodale Rüdiger Ost. Immer öfter träten Großinvestoren auf, die extrem große Tierhaltungsanlagen errichten wollten. Aktiengesellschaften würden große Ländereien industriell bewirtschaften. „Sie haben keinen Bezug zur Region, engagieren sich nicht in der Kommune und auch nicht in der Kirchgemeinde“, so Ost. Aber es gibt auch Pastoren, die sagen: Bei uns bekommt der das Land, der das meiste Geld bezahlt.“ Deswegen sei es wichtig, Kriterien festzulegen, nach denen die Kirche ihr Land verpachtet.

Schon im letzten Herbst hatte der Kirchenkreis Mecklenburg festgelegt, dass kein gentechnisch verändertes Saatgut auf Kirchenland zum Einsatz komme und Anlagen zur Massentierhaltung kritisch zu hinterfragen seien. Am Samstag beschlossen die in Travemünde versammelten Kirchenparlamentarier, dass nach dem Vorbild Leitlinien erarbeitet werden, die dann für die ganze Landeskirche, von Flensburg bis Usedom, einheitlich gelten. „Wir erleben einen Globalisierungsdruck , der nach Antworten verlangt“, sagte der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn.

Am Rande der Synode wurde ein personeller Wechsel in der Kirchenleitung bekannt: Für den Ingenieur Wulf Kawan, der seine Ämter aus persönlichen Gründen niederlegte, rückte der NDR-Fernsehredakteur Thomas Balzer nach.

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