Offshore-Markt als Rettungsanker : Nordic im Aufwind

Ein Schiffbauer schweißt   an einer Sektion für eine Offshore-Plattform. dpa
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Ein Schiffbauer schweißt an einer Sektion für eine Offshore-Plattform. dpa

Drei Jahre nach ihrer Pleite sehen sich die Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde wieder im Aufwind. Nordic Yards nehme erfolgreich Kurs auf den Offshore-Markt, sagte Unternehmenssprecher Stefan Sprunk.

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18. September 2012, 06:49 Uhr

Wismar | Drei Jahre nach ihrer Pleite sehen sich die Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde wieder im Aufwind. Nordic Yards nehme erfolgreich Kurs auf den Offshore-Markt, sagte Unternehmenssprecher Stefan Sprunk der Nachrichtenagentur dpa.

Gegenüber den asiatischen Wettbewerbern habe der ostdeutsche Schiffbaubetrieb mehrere Jahre Entwicklungsvorsprung bei Versorgungstechnologien von Windenergieparks auf See. "Nordic Yards erfüllt die hohen Anforderungen der europäischen Offshore-Industrie an eine hochsensible Technik hinsichtlich Sicherheit und Qualität", erklärte Sprunk. Im Bau seien gegenwärtig drei Offshore-Konverterplattformen zum Umwandeln und Weiterleiten des Windstroms zum Festland.

"Viele reden über die Chance Offshore, ergriffen haben sie bisher nur wenige", meinte Sprunk. Die Windstromgewinnung auf See sei zwar ein sehr neues, aber wirtschaftlich hoch interessantes Geschäftsfeld für Werften. Allein vor den deutschen Küsten sollen bis 2030 etwa 5000 Strommühlen in gut 60 Windparks gebaut werden, wie der Sprecher erklärte. In Europa seien 22 000 Windräder auf dem Meer geplant. Jeder Offshore-Park brauche seine Umspannplattform für den Netzanschluss sowie ein Wartungsschiff für die Windtürme. "Das ist der Markt der Zukunft", betonte der Werftsprecher. Nordic werde im Februar 2013 mit dem Bau eines Wartungsschiffes für das dänische Unternehmen DBB Jack-Up Services A/S (Aarhus) beginnen.

Dabei zeigen sich die Mecklenburger Schiffbauer weiter innovativ. Von den derzeit 1037 Beschäftigten seien 150 hauseigene Ingenieure und Konstrukteure, sagte Sprunk. "Ein Pfund, mit dem wir wuchern." So habe die Werft ein neues Errichterschiff fertig entwickelt in der Pipeline. Der rund 200 Millionen Euro teure "Nordic Heavy Installer" wurde als Modell erstmals auf der Hamburger Schiffbaumesse SMM Anfang September vorgestellt. Das Schwerlastschiff könne innerhalb kürzester Frist komplette Windturbinen auf See hinausbringen und installieren. "Zeit ist Geld gerade beim Umsetzen der Energiewende", so Sprunk. Einen konkreten Auftrag für die Innovation gebe es bislang aber nicht.

Die Nordic Yards waren 2009 aus den insolventen Wadan-Werften hervorgegangen und von einem russischen Eigner übernommen worden. Vor drei Wochen erst hatten die P+S-Werften Stralsund und Wolgast mit 1800 Beschäftigten Insolvenz angemeldet. Zuletzt hatte es Schwierigkeiten bei der vertragsgerechten Abarbeitung von Aufträgen gegeben. Weltweit leidet der Schiffbau unter Überkapazitäten, vor allem durch den Ausbau der Werftindustrie in Korea und China.

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