Rostock : Nordex streicht bis zu 500 Stellen

Bei Nordex in Rostock werden Rotornaben für Hochleistungsturbinen gefertigt.
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Bei Nordex in Rostock werden Rotornaben für Hochleistungsturbinen gefertigt.

Auch Standort Rostock betroffen. Konzern leidet unter sinkender Nachfrage

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05. September 2017, 20:55 Uhr

Windkraftanlagenbauer Nordex will bis zu 500 Jobs in Europa abbauen. Davon betroffen ist auch der Standort Rostock mit seinen derzeit mehr als 1300 Mitarbeitern. Im Werksteil in der Südstadt sei bereits in den vergangenen Wochen die Zahl der Leiharbeiter reduziert worden, erklärt Konzernsprecher Ralf Peters. Der Werksteil im Güterverkehrszentrum soll dagegen perspektivisch mehr Arbeit bekommen: Bisher würden nur ein Drittel der benötigten Flügel von Nordex selbst produziert. Dieser Anteil soll mithilfe der Fertigung im Güterverkehrszentrum steigen, so Peters.

Daher stelle Rostock bei den jetzt angestrebten Personaleinsparungen voraussichtlich keinen Schwerpunkt dar. Konkrete Zahlen stünden aber noch nicht fest. Klar ist: Rund zwei Drittel der abzubauenden Stellen sind in Deutschland angesiedelt. Nordex beschäftigt außer in Rostock unter anderem in Hamburg und Oberhausen Personal. Weitere Produktionsstätten im Ausland befinden sich in Spanien, Brasilien und Indien. Weltweit arbeiten rund 5200 Beschäftigte für das Unternehmen, knapp die Hälfte von ihnen in Deutschland.

Der im TecDax notierte Konzern begründet sein Sparprogramm mit einer rückläufigen Nachfrage und veränderten Marktbedingungen im Kernland Deutschland sowie in Europa. „Eine Kapazitätsanpassung ist zwar schmerzhaft, aber unvermeidbar“, erklärt Nordex-Geschäftsführer José Luis Blanco. Zwar expandiere der Weltmarkt für Windenergie wieder stärker, das Wachstum verschiebe sich aber zu den Schwellenländern. „In den europäischen Kernmärkten zeichnen sich aktuell stagnierende bis rückläufige Entwicklungen ab, die uns vor Herausforderungen stellen“, so Blanco. Insgesamt sollen die Kosten deshalb im Jahr 2018 um 45 Millionen Euro gesenkt werden. 24 Millionen davon entfallen auf das Personal, 21 Millionen auf Material und sonstige betriebliche Aufwendungen.

Die Jobstreichungen sollen „so sozialverträglich wie möglich“ erfolgen, hieß es. Nordex hatte bereits im März angekündigt, Stellen abbauen zu wollen.

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