Winter geht die Puste aus : Nochmal Blitzeisgefahr, nächste Tage aber milder

In der Nacht und am Sonnabend Morgen sorgen Schnee beziehungsweise Regen noch einmal für zum Teil extrem glatte Straßen in Mecklenburg-Vorpommern. 
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In der Nacht und am Sonnabend Morgen sorgen Schnee beziehungsweise Regen noch einmal für zum Teil extrem glatte Straßen in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Gefrierschrank MV taut auf: Doch wenn jetzt Schneeregen auf gefrorenen Boden trifft, kann es in der Nacht und am Sonnabend extrem glatt werden. Sonntag bringt Tief „Judith“ neuen Regen, es wird milder.

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22. Januar 2016, 12:00 Uhr

Der Winter zeigt mit Blitzeis und Schnee noch einmal, was er drauf hat. Doch in den nächsten Tagen wird es deutlich milder. Selbst zweistellige Werte sind wieder drin - und bis in höhere Lagen setzt Tauwetter ein. Doch zunächst könnten ab Freitagabend glatte Straßen den Menschen vielerorts das Leben schwer machen. Darauf wies der Deutsche Wetterdienst (DWD) hin. Auch in Mecklenburg-Vorpommern macht sich die Sorge breit, der Wetterwechsel könnte am Wochenende für chaotische Verhältnisse sorgen.

Eis und Schnee haben den Bahnverkehr in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern bis zum Samstagmorgen zunächst nicht beeinträchtigt. Es habe keine Probleme gegeben, sagte eine Sprecherin der Bahn. Wegen Eisregens, Schnee und Frost war zunächst befürchtet worden, dass auf einigen Strecken keine Züge fahren könnten.

In der Nacht zum Freitag war es noch knackig kalt: So zeigte das Thermometer in Neustadt am Kulm in der Oberpfalz -20,4 Grad, in Schwerin wurden immerhin noch -10 Grad gemessen. Tagsüber nähert sich nun vom Westen her ein atlantischer Tiefausläufer. Damit steigen die Temperaturen auf um die null Grad oder gar ins Plus. Der Boden aber ist weiter gefroren. „Wenn Niederschlag kommt, regnet es, statt zu schneien. Und der Regen fällt dann auf den gefrorenen Boden - so entsteht Blitzeis“, erklärte Simon Trippler vom DWD am Freitag.

Die Gefahrengrenze verschiebt sich im Laufe der Nacht von Westen nach Osten. „Los geht es um 19 Uhr“, sagte der Meteorologe: im äußersten Westen entlang des Rheins bis ins Saarland. Gegen 22 Uhr ist eine Linie von Ostfriesland über das Weserbergland bis zur Pfalz erreicht.

Gegen 1 Uhr in der Nacht ist die Gefahr vom westlichen Schleswig-Holstein über Hamburg, Hessen bis ins westliche Baden-Württemberg am größten.

Noch später in der Nacht - wenn die Linie Ostdeutschland erreicht - ist die Gefahr nicht mehr so groß. „Denn dort ist es noch kalt und Niederschlag kommt als Schnee und nicht als Regen vom Himmel“.  Allerdings ändert sich dies im Laufe des Sonnabend mit steigenden Temperaturen. Dann könnte der Regen auf dem gefrorenen Boden für extreme Glätte sorgen.

Die Verbindung von Frost und Feuchtigkeit kann Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandeln. Winterwetter-Phänomene, die Gefahren bergen:

GLATTEIS wird durch Regen oder Sprühregen hervorgerufen, der auf gefrorenen Erdboden trifft und sofort vereist.

EISGLÄTTE entsteht, wenn Schmelzwasser und Pfützen gefrieren. Sie kommt oft überraschend, denn unmittelbar vorher muss kein Niederschlag gefallen sein.

BLITZEIS bildet sich, wenn Schneekristalle auf dem Weg zur Erde in wärmeren Luftschichten zu Regen werden und später auf Frostboden fallen. Dort bilden die Tropfen in Sekundenschnelle eine Eisschicht.

EISREGEN ist ein überwiegend aus Eiskörnern bestehender Niederschlag. Auch gefrierender Regen, der den Boden beim Auftreffen sofort mit einem Eispanzer überzieht, wird als Eisregen bezeichnet.

SCHNEE macht Straßen rutschig, wenn er festgefahren auf dem Asphalt liegt. Auch geschmolzener Schnee kann Glätte verursachen, wenn er auf der Straße wieder anfriert.

REIF setzt sich auf der Erde ab und gefriert, wenn bei trockenem Wetter die Temperatur der feuchten unteren Luftschichten unter null Grad sinkt. Durch Reifendruck gepresst, verflüssigt er sich kurz, um erneut zu gefrieren und für gefährliche Glätte zu sorgen.

Zwei Männer in Sachsen-Anhalt vermutlich erfroren

In Sachsen-Anhalt sind nach Polizeiangaben zwei Männer vermutlich erfroren. Heute Morgen fanden Polizisten in einer Gartenanlage in Magdeburg einen leblosen, 50 Jahre alten Mann. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Magdeburger, der am Donnerstag von der Uniklinik als vermisst gemeldet wurde. Rechtsmediziner prüfen nun die genauen Todesumstände. Auch in Bitterfeld-Wolfen ist vermutlich ein Mann erfroren. Der 46-Jährige wurde bereits am vergangenen Sonntag in einem leerstehenden Haus gefunden. Bei dem Toten soll es sich um einen Mann aus Paderborn in Nordrhein-Westfalen handeln. Ob er obdachlos war und was er in Bitterfeld-Wolfen machte, blieb zunächst unklar. In beiden Fällen konnten die Beamten ein Fremdverschulden ausschließen.

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