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Mecklenburg-Vorpommern

23. September 2017 | 11:11 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern : Noch mehr Grippefälle

vom
Aus der Onlineredaktion

Viren weiter auf dem Vormarsch – zumindest in Mecklenburg-Vorpommern

Die Zahl der Grippefälle in Mecklenburg-Vorpommern steigt gegen den Bundestrend weiter an. In der vergangenen Woche wurden landesweit 488 neue Grippefälle gemeldet, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) gestern mitteilte. In der Vorwoche waren es demnach 407 gewesen. Seit Beginn der Grippewelle im Oktober 2016 seien insgesamt 2272 Influenza-Fälle registriert worden, in der Vorsaison waren es zum gleichen Zeitpunkt 551. Bislang seien in Mecklenburg-Vorpommern fünf Menschen, die allesamt Risikogruppen angehört hätten, an der Grippe gestorben.

Dagegen scheint bundesweit die schlimmste Phase der Grippesaison überstanden zu sein. In der vergangenen Woche waren rund 14 900 Influenza-Fälle bestätigt worden, nach mehr als 17 000 in der Woche davor. Wie eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts in Berlin sagte, hat die Grippewelle Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise spät erreicht. Deshalb dauere es auch länger, bis die Welle wieder abklingt.

Der Chef der Abteilung Pneumologie an der Unimedizin Rostock, Johann Christian Virchow, vermutet, dass die gegenläufigen Entwicklungen auch in den großen Distanzen im dünn besiedelten Flächenland Mecklenburg-Vorpommern begründet sind. Die Übertragungsgeschwindigkeit innerhalb der Landbevölkerung sei geringer als in großen Städten. Ein weiterer Faktor könnte sein, dass die niedergelassenen Ärzte im Nordosten wesentlich sensibilisierter sind als zu Beginn der Grippewelle und entsprechende Untersuchungen und Diagnostiken einleiten, sagte Virchow.

Als Lungenfacharzt habe er häufig mit Patienten zu tun, die mit anderen Grundkrankheiten belastet sind. „Die unangenehmste Form davon ist die raucherbedingte chronisch obstruktive Bronchitis“ (COPD), sagte Virchow. „Wenn ein Gesunder von der Grippe erwischt wird, dann wird der halt ordentlich krank.“ Wenn COPD-Kranke betroffen sind, würden sie sehr schwer krank und könnten daran sterben.

Auch wenn der aktuelle Impfstoff nicht der „allerwirksamste“ sei, widersprach Virchow der Einschätzung, dass eine Impfung unnötig sei.„Die Geimpften haben wesentlich weniger Beschwerden als die Ungeimpften, wenn sie trotzdem Grippe bekommen.“ Er sagte, dass noch viel zu wenig Menschen gegen Grippe geimpft seien. Dies gelte auch für Beschäftigte im Gesundheitswesen.

 

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