Noch kein Brückenschlag in Sicht

Diese alternative Querungsmöglichkeit für die Neustädter Straße am Katzenbuckel, entworfen vom Architekturbüro  Form-Nord in Schwerin, würde nach Angaben der Planer nur zwei Millionen Euro kosten. Doch wurde sie auf der Stadtvertretersitzung gar nicht erst vorgestellt, sondern in den Ausschuss verwiesen. Foto: Thorsten Meier
Diese alternative Querungsmöglichkeit für die Neustädter Straße am Katzenbuckel, entworfen vom Architekturbüro Form-Nord in Schwerin, würde nach Angaben der Planer nur zwei Millionen Euro kosten. Doch wurde sie auf der Stadtvertretersitzung gar nicht erst vorgestellt, sondern in den Ausschuss verwiesen. Foto: Thorsten Meier

Die Emotionen schlugen erwartungsgemäß wieder hoch, als auf der jüngsten Ludwigsluster Stadtver tretersitzung das Reizwort "Bahnquerung" erneut die Runde machte. Zu einem Brückenschlag von Gegnern und Befürwortern kam es jedenfalls nicht. Eine Alternativvariante wurde gar nicht erst vorgestellt, sondern mit zehn (!) anderen Tagesordnungspunkten wegen der erheblichen Brisanz in die Ausschüsse zurück verwiesen.

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11. Dezember 2008, 07:30 Uhr

Ludwigslust | Zu einer kombinierten Querungsmöglichkeit für Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer im Bereich der Neustädter Straße oder Bahnhofsnähe nahm Bürgermeisterin Petra Billerbeck in ihrem abendlichen Bericht vor den Stadtvertretern Stellung, da sie sich dieser Tage zusammen mit MdB Hans-Joachim Hacker im Ministerium für Verkehr, Bau und Landesplanung zur Tunnelproblematik in Schwerin getroffen hatte.

"Die Variante eines Tunnels in Bahnhofsnähe wird westlich vom Bahnhofsgebäude vorgesehen. Hier ist die verkehrsmäßige Erschließung über die Reuter- Straße/Klenower Straße oder die Führung des Verkehrs über den Bahnhofsvorplatz und die Bahnhofstraße möglich. Ein kombinierter Tunnel in der Neustädter Straße würde in der südlichen Ausfahrt in Richtung Stadt in den Verlauf der Neuen Torstraße einschwenken und mit einem Verkehrskreisel diese einbinden.

Eine Querung im Bereich der Neustädter Straße wurde von den Vertretern des Ministeriums und Herrn Hacker begrüßt und für die Entwicklung der Stadt als vorteilhaft angesehen", erklärte die Stadtobere. Ein Ersatz des Bahnüberganges in der Bahnhofstraße, der 1996 im Rahmen der ersten Ausbaustufe der Strecke geschlossen worden war, sei als niveaufreie Kreuzung im 500-Meter-Bereich des ehemaligen Bahnüberganges möglich und könne nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz § 3 in Kostenfolge mit § 13 mit einer Drittelung der kreuzungsbedingten Kosten durchgeführt werden, sagte Billerbeck weiter und betonte: "Kreuzungsbeteiligte sind neben der Stadt Ludwigslust, als Straßenbaulastträger, die Deutsche Bahn AG und der Bund. Das Landesministerium und Hans Joachim Hacker sagten mir die Vermittlung mit hochrangigen Stellen der DB-AG zu. Weiterhin hat das Ministerium für das städtische Kostendrittel eine Förderung in Höhe von 60 Prozent zugesagt. Zusätzlich erhält die Stadt Fördermittel nach dem Entflechtungsgesetz für die im Zusammenhang mit der Kreuzung entstehenden Straßenbaumaßnahmen zur Anbindung an das Straßennetz. Diese Zusage haben wir heute schon schriftlich per Fax übermittelt bekommen." Weiterhin bedürfe der vorliegende Planfeststellungsbeschluss für den Fußgänger- und Radfahrertunnel in der Neustädter Straße hinsichtlich der Nutzung auch durch Kfz einer Änderung. Billerbeck: "Das bedeutet, dass ein komplett neues Planfeststellungsverfahren nicht notwendig wird."

Eine vollständig ausgebaute Bahnquerung im Bereich Neustädter Straße mit Lkw-Nutzung sei für sie die schlechteste Variante, erklärte Evi Erdmann von der Bürgerinitiative Lärmschutz und vermutete unter anderem, dass die Hochbrücke irgendwann wegfallen und auch die A 14 kommen werde. "Und schon ist es bequem, durch diese Unterführung hindurch die Stadt zu queren. Sie, liebe Stadtvertreter, werden in der Neustädter Straße genau die gleichen Straßen- und Bauverhältnisse schaffen, wie die der Hochbrücke", mahnte die Ludwigslusterin weiter. "Wir, die Bürgerini tiative, unterstützen die Tunnelvariante Geh- und Radwegquerung bis zum Planfeststellungsverfahren aktiv und wollen uns weiter in vernünftige Varianten einbringen. Sollte dies jedoch nicht möglich sein, werden wir alle rechtlichen und medialen Möglichkeiten nutzen, mit dem Ziel einer besseren Lösung."

Arno Goetzke aus dem Finkenweg indes widersprach seiner Vorrednerin und sagte, sie sei nicht autorisiert, für alle Bewohner der Vogelgegend zu sprechen. "Es gibt schon sehr unterschiedliche Auffassungen zu diesem Thema und ich denke, dass das Allgemeinwohl Vorrang vor Einzelinteressen hat." Weiterhin forderte Goetzke alle Entscheidungsträger zu mehr Sachlichkeit auf.

Hier setzte Petra Billerbeck nochmals an, als sie betonte: "Wir haben acht Jahre geredet und keinen Tunnel hinbekommen. Jetzt haben wir noch mal eine echte Chance, die sollten wir nicht vertun."

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