Fachkräfte in MV : Noch immer Schulgeld für Pfleger-Ausbildung

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Das Land übernimmt bis zu 80 Prozent des Schulgeldes. Der Linken genügt das nicht.

svz.de von
08. September 2017, 07:30 Uhr

Viele Pflegeschüler in Mecklenburg-Vorpommern müssen weiterhin Schulgeld zahlen. Die Kosten reichten im Schuljahr 2016/17 bis zu 210 Euro monatlich bei der Ausbildung zur Kranken- oder Altenpflegehilfskraft sowie bis zu 230 Euro bei der Ausbildung zur Fachkraft in der Altenpflege. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die am Donnerstag in Schwerin veröffentlicht wurde.

Die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg kritisierte den andauernden Zustand. Mecklenburg-Vorpommern sei eines von wenigen Bundesländern, in dem Pflegeschüler noch Schulgeld zahlen müssten, sagte sie.

Oldenburg zufolge werden Pflegeberufe nur an drei staatlichen Schulen ausgebildet. Dort ist die Ausbildung kostenfrei. An den privaten, kostenpflichtigen Pflegeschulen werden derzeit 365 Pflegeschüler unterrichtet.

Das Pflegeberufereformgesetz des Bundes sieht eine kostenlose Ausbildung ab dem Jahr 2020 vor. Dann soll die neue übergreifende Ausbildung für Alten-, Kinder- und Krankenpfleger beginnen. So lange könne MV nicht warten, sagte Oldenburg. Sonst werde das Land im Wettbewerb um gut ausgebildete Altenpflegekräfte das Nachsehen haben.

Auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hatte im August gefordert, das Schulgeld für künftige Altenpfleger sofort zu streichen. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) erklärte, das Land habe bereits Ende 2014 die Finanzhilfe für Pfleger-Azubis an privaten Berufsschulen auf bis zu 80 Prozent erhöht. Dadurch würden die Schüler und Eltern von Schulgebühren entlastet. Im Moment gebe es noch genügend Interessenten für die Pflegeausbildung im Land, sagte Drese. Problematisch sei aber, dass viele Absolventen nach ihrer Ausbildung vor allem wegen der geringen Bezahlung in andere Bundesländer abwanderten. Drese forderte höhere Löhne.

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