Stefan Nimke träumt vom Olympia-Gold : Noch einmal den großen Coup landen

Jubelpose
1 von 2
Jubelpose

2. August 2012: An diesem Tag möchte Stefan Nimke im Londoner Velodrom zum Abschluss seiner Karriere deutsche Bahnrad-Sport-Geschichte schreiben. Seit zwei Jahren ist sein ganzer Ablauf auf dieses Datum ausgerichtet.

svz.de von
25. Juli 2012, 04:35 Uhr

Schwerin | 2. August 2012: An diesem Tag möchte Stefan Nimke im Londoner Velodrom zum Abschluss seiner Karriere deutsche Bahnrad-Sport-Geschichte schreiben. Seit zwei Jahren ist sein ganzer Ablauf auf dieses Datum ausgerichtet. "Mein Ziel ist es, noch einmal eine Medaille in London zu gewinnen, am liebsten natürlich Gold. Olympia ist einfach das größte Event für einen Sportler in seiner Karriere und wenn man dann noch Gold gewinnt…", sagt der 34-jährige Top-Athlet vom Track Cycling Team Mecklenburg-Vorpommern. Und er weiß, wovon er spricht. In der englischen Hauptstadt nimmt er zum vierten Mal in Folge an den Sommerspielen teil und jedes Mal kam er mit einer Medaille zurück: 2000 aus Sydney mit Silber im 1000-m-Zeitfahren, 2004 mit dem Olympiasieg im Teamsprint und zudem noch mit Bronze im Zeitfahren sowie 2008 aus Peking mit Bronze im Teamsprint. Ein gutes Omen: Wenn Stefan Nimke bei internationalen Großereignissen antritt, dann kommt auch immer eine Medaille heraus…

Seit 1997 fährt der gebürtige Hagenower in der Weltspitze. Zu seinen Olympia-Meriten gesellen sich noch sage und schreibe sechs WM-Titel (vier im Zeitfahren und zwei im Teamsprint) sowie weitere acht bronzene WM-Medaillen. Und wenn es um den Teamsprint geht, weiß Bundestrainer Detlef Uibel, dass er sich auf seinen Schlussmann verlassen kann. Nimke holte schon oft die Kastanien aus dem Feuer, weil er auf der letzten Runde ein sagenhaftes Stehvermögen hat. Das holte sich der aktuelle 1000-m-Weltmeister über Jahre in seiner Spezialdisziplin. Aber nicht nur das. Das vorläufig angedachte Trio für London: René Enders (Erfurt), Maximilian Levy (Cottbus) und Nimke halten mit 42,914 Sekunden den Weltrekord. Die drei stellten diesen Ende 2011 beim Weltcup in Cali auf.

Der Schweriner befindet sich bereits in erstaunlicher Form. Am Wochenende beim Großen Preis von Deutschland in Cottbus knallte er auf dem Betonoval eine 200-m-fliegend-Qaulifikation für den Sprint in 9,980 Sekunden hin. "Unter zehn Sekunden in Cottbus ist Weltklasse", meint sein Heimtrainer Ronald Grimm. Und den Teamsprint gewannen die Deutschen mit Enders, Robert Förstemann (Gera/Ersatz im Teamsprint in London) und Nimke auf dem 333-Meter-Oval in 59,16 Sekunden vor Japan (1:00,41 Minuten). Der Bundestrainer tüftelt immer noch an der idealen Besetzung. Vakant ist die zweite Position. Levy hat das Problem am schnellsten Anfahrer der Welt, René Enders, dranzubleiben. Förstemann schafft das. So probierte Uibel in Cottbus aus, ob Nimke an den beiden extrem schnellen Anfahrern dranbleibt. Das hat er mit Bravour beweisen. Nur eines ist auch klar: Levy ist insgesamt auf der zweiten Runde schneller als Förste mann. Das Tüfteln geht also weiter: Denn Uibel selbst und auch sein Verbands-Sportdirektor Patrick Moster setzen die Messlatte sehr hoch: Olympia-Gold im Teamsprint.

In London wird traditionell auf einem 250-Meter-Holzoval gefahren. Und da sind sich die Experten einig: Der Sieg geht mit einer Top-Zeit weg, wenn nicht sogar mit neuem Weltrekord. Doch dafür muss alles am 2. August passen. Das olympische Turnier wird hammerhart. Bei Weltmeisterschaften stehen mit Qualifikation und Finale zwei Rennen. Auf dem Weg zu einer Olympia-Medaille sind innerhalb von zwei Stunden drei Läufe zu absolvieren. Und da muss Stefan Nimke auf der Position drei ein Mammutprogramm bewältigen. Aber wenn nicht er, wer dann?

Die deutschen Bahnradsprinter machen sich heute zum letzten Olympia-Trainingslager auf den Weg ins niederländische Apeldoorn, wo sie bis zum 20. Juli bleiben und von dort aus nach Köln reisen. In der Rhein-Metropole werden sie die Olympia-Generalprobe beim Großen Preis fahren. Danach heißt es am 23. Juli Abflug zur "Mission Gold" nach London…

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen