Sitzung des Gläubigerausschusses : Noch ein Monat Frist für die P+S-Werften

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Die Suche nach Käufern für die insolventen P+S-Werften in Stralsund und Wolgast kommt in Schwung: 30 potenzielle Investoren haben Interesse bekundet, wie Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann gestern sagte.

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25. September 2012, 07:19 Uhr

Schwerin | Die Suche nach Käufern für die insolventen P+S-Werften in Stralsund und Wolgast kommt in Schwung: 30 potenzielle Investoren haben Interesse bekundet, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann gestern in Schwerin nach der zweiten Sitzung des Gläubigerausschusses sagte. Die Interessenbekundungen stammten je etwa zur Hälfte von strategischen und Finanzinvestoren. 120 Unternehmen waren angeschrieben worden.

Brinkmann hofft auf Kaufangebote bis Ende Oktober. Am 1. November soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Parallel laufen Gespräche mit Schiffsbestellern über die Neuverhandlung von Aufträgen, wie Brinkmann weiter sagte. Ziel sei es, die Auftraggeber an der Finanzierung ihrer Schiffe zu beteiligen, deren Bau zum Teil schon weit fortgeschritten sei. Der Gläubigerausschuss beauftragte Brinkmann, Verhandlungen mit den Auftraggebern Swedish Coastguard, RAL, DFDS und Coastline zu führen.

Vor eineinhalb Wochen hatte die dänische Reederei DFDS ihren Auftrag über den Bau von zwei Spezialfrachtern storniert. Die Arbeiten an den im Rohbau fast fertigen Schiffen wurden da raufhin eingestellt. Brinkmann will die Schiffe aber möglichst fertigstellen lassen, wie er sagte. Deshalb werde auch mit DFDS verhandelt. Weitere Stornierungen gebe es zurzeit nicht.

Insolvenzverwalter Brinkmann arbeitet unter Zeitdruck: Die Liquidität reiche nach aktuellen Berechnungen bis Ende Oktober, sagte er. Ende Oktober läuft das Insolvenzausfallgeld für die rund 1800 Beschäftigten aus. "Wir haben also einen Monat Zeit, um mit Bestellern zu verhandeln und einen Massekredit zu beschaffen", sagte Berthold Brinkmann. Derzeit arbeiten seinen Worten zufolge an beiden Werftstandorten rund 550 Mitarbeiter. In Wolgast seien 250 Arbeiter im Wesentlichen mit Marineaufträgen befasst. In Stralsund arbeiteten rund 300 Leute, darunter unter Hochdruck die Konstruktionsabteilung mit 172 Mitarbeitern. Für die Beschäftigten ist eine Transfergesellschaft im Gespräch.

Berthold Brinkmann hat mit Stefan Säuberlich einen Schiffbauexperten als Kaufmännischen Direktor zu P+S geholt. Säuberlich war unter anderem Finanz-Geschäftsführer bei den Wadan-Werften in Wismar und Warnemünde. Mit ihm sei es gelungen, in der Insolvenz dieser Betriebe den Massekredit einschließlich der Zinsen zurückzuzahlen, lobte Brinkmann. Zudem wurden Wolfgang Stammer, ehemaliger Geschäftsführer und Vize-Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswerft Stralsund GmbH, und John Skov Hansen, ehemaliger Geschäftsführer der Odense Steel Shipyard Ltd., als Senior Advisor (Berater) verpflichtet.

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