Bildung : Niveau des Abiturs in Gefahr

6,4 Prozent der Abiturienten in MV fallen durch die Prüfung.
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6,4 Prozent der Abiturienten in MV fallen durch die Prüfung.

MV-Bildungsminister fordert Messlatte für bundesdeutschen Zentralabschluss

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11. August 2015, 07:55 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) sieht das Niveau des Abiturs in Deutschland in Gefahr. In einem Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“ warnte er davor, die Leistungsanforderungen zu senken, um immer mehr jungen Menschen die Hochschulreife zu ermöglichen. „Wir diskutieren hierzulande aber nicht über das Niveau, sondern darüber, ob es 25 oder 40 Prozent Abiturienten geben soll“, sagte Brodkorb. „Das ist absurd und Zahlenmystik.“

Er forderte, die Messlatte über ein bundesdeutsches Zentralabitur festzulegen. Brodkorbs Vorschlag für die Praxis: Für vier Ländergruppen sollten vergleichbare Abituraufgaben entwickelt werden. „Dann schreiben diese vier Ländergruppen zu verschiedenen Terminen das Abitur“, sagte der Minister. Dadurch gebe es im Sommer wegen der Ferienzeiten keine Probleme auf den Autobahnen.

Die momentanen Abiturquoten wären nach Brodkorbs Einschätzung deutschlandweit so nicht aufrechtzuerhalten. „Wenn heute viel mehr Schüler auf dem Gymnasium sind als vor zehn Jahren, auch mehr leistungsschwächere, dann können es eben nicht alle schaffen.“ Es könne niemandem etwas geschenkt werden, auch weil dadurch die Leistungen derer, die sich erfolgreich anstrengen, entwertet würden.

Erste Schritte zu einem einheitlicheren Abitur hatten die Kultusminister im Juni vereinbart. Von 2017 an können alle Länder einen gemeinsamen Aufgabenpool nutzen – müssen es aber nicht.

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