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Mecklenburg-Vorpommern

22. August 2017 | 22:28 Uhr

Nils W. schlug in vollem Bewusstsein zu

vom

Die Gutachter haben gestern bestätigt, was die Zeugen beobachtet haben: Nils W. handelte bei der Schlägerei am Herrentag gezielt, er war sich der Situation bewusst. Obwohl zuvor reichlich Alkohol geflossen war, könne dies nicht schuldmindernd in die Urteilsfindung einfließen. Denn der 25-jährige Nils W. ist „trinkfest“, wie es seine Kumpels nannten. Am gestrigen Verhandlungstag vor der 3. Großen Strafkammer des Rostocker Landgerichts kamen die Gutachter zu Wort. Der Sachverständige des Instituts für Rechtsmedizin stellte in seinen Ausführungen die Verletzungen des Opfers Knud H. dar. Anhand von Bildern der Leiche erklärte er, welche nach Ansicht der Experten die Schläge waren, die zum Tod des 44-Jährigen geführt hatten.
Die Angehörigen des Opfers warteten vor dem Gerichtssaal, während Fotografien der Blutergüsse, Abschürfungen, des geöffneten Nackenbereichs mit heftigen Unterblutungen an eine Leinwand geworfen wurden. Nach Ansicht des Rechtsmediziners war es der finale Schlag von hinten an den Nacken und die linke Halsseite des Ofers, der zu einer heftigen Rotation des Kopfes führte. Dadurch sei die Hals-Kopf-Schlagader verdreht und eingerissen worden. Die Blutungen im Gehirn und die durch Gerinnung verstopfte Arterie seien dann tödlich gewesen.
Der forensisch-psychologische Gutachter machte im Anschluss deutlich: Aus der Vorgeschichte von Nils W. lässt sich kein anti-soziales Verhalten ableiten. Er wuchs normal auf, hatte eine feste Anstellung. Auch von einem Affekt-Handeln könne nicht die Rede sein: „Er hatte mehrere Möglichkeiten, aus dem Streit auszusteigen.“

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erstellt am 21.Dez.2011 | 12:55 Uhr

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