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Warnhinweise für Bubble Tea geplant : Nichts für Knirpse

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Das Bundesverbraucherministerium befürwortet Warnhinweise am Modegetränk Bubble Tea. Die süßen Kügelchen können in die Atemwege von Kleinkindern gelangen. Das hat eine Prüfung des Bundesinstituts für Risikobewertung ergeben.

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2012 | 08:10 Uhr

Berlin | Verkäufer von Bubble Teas sollen mit einem Warnhinweis auf mögliche Gefahren des süßen Trendgetränks aufmerksam machen. Denn die Kügelchen im Tee können in die Atemwege von Kleinkindern bis vier Jahre gelangen. Das ergab eine Prüfung des Bundesinstituts für Risikobewertung im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums. Verbände und Lebensmittelkontrolleure sollen jetzt die Bubble-Tea-Anbieter veranlassen, möglichst einheitliche Warnhinweise "gut sichtbar, leicht lesbar und verständlich anzubringen".

Ein Ministeriumssprecher erklärte, das Bundesinstitut komme zu dem Ergebnis, "dass beim Verkauf von Bubble Tea Hinweise zur Verschluckungsgefahr bei Kindern erforderlich seien". Ähnlich sieht das auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte. Die Kügelchen hätten eine kaugummiartige Konsistenz und ließen sich nicht zerbeißen, sagte Präsident Wolfram Hartmann. "Kleinkinder, die sie über den dicken Strohhalm aufsaugen, können sich daher leicht daran ,verschlucken." Über die Bronchien in die Lunge gelangt, könnten die Kügelchen eine Lungenentzündung auslösen.

Ausdrücklich wies das Ministerium aber darauf hin, dass bislang keine von Bubble Tea verursachten Komplikationen gemeldet worden seien. Eltern sollten aber bei Kindern bis vier Jahre die gleichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, die auch für den Verzehr von Erdnüssen oder Gummibärchen gelten.

Die Grünen im Bundestag warfen Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) vor, auch beim Bubble Tea erst auf Druck der Opposition aktiv zu werden. Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte, die angekündigten Warnhinweise seien das eine. Ihre Partei fordere aber auch leicht zugängliche Informationen über den Kalorien- und Nährstoffgehalt. "Manche Bubble Teas enthalten doppelt so viel Zucker wie Cola", sagte Höhn und verlangte: "Die Verbraucher müssen erkennen können, um was für eine Kalorienbombe es sich bei dem Getränk handelt."

Auch FDP-Ernährungsexperte Hans-Michael Goldmann verlangte eine klare Kennzeichnung von Bubble Teas. "Auch auf den hohen Zucker- und Koffeingehalt muss deutlicher hingewiesen werden", forderte der Vorsitzende des Ernährungsausschusses des Bundestags.

Nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft GfK wurde allein von Januar bis April dieses Jahres mit Bubble Tea ein Umsatz von 4,4 Millionen Euro erzielt.

Ursprünglich stammt das Getränk aus Taiwan. Inzwischen saugen auch in Deutschland vor allem Teenager gerne die bunten Perlen zusammen mit einem Mixgetränk durch einen extradicken Strohhalm.


Woraus besteht Bubble Tea?

Bubble Tea ist ein süßes Mischgetränk, meist auf Basis von Schwarz- oder Grüntee. Der Tee wird meist mit Fruchtsirup, Milchtee und centgroßen, fruchtigen Stärke- oder Gelee-Kugeln versetzt. Er wird ähnlich einem Milchshake getrunken. In den letzten zwei Jahren haben in Deutschland hunderte Bubble-Tea-Läden eröffnet. Seit 11. Juni gibt es Bubble Tea auch bei McDonalds.
Gesundheitsexperten stehen Bubble Tea skeptisch gegenüber. Die Techniker Krankenkasse warnt vor seinem hohen Kaloriengehalt. Ein Becher decke mit 300 bis 500 Kilokalorien pro 300-Milliliter-Becher oft schon ein Drittel des Tages-Energiebedarfs eines Kindes.

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