Badestrandtest: Ostseestrand Wismar : Nichts für Kinderfüße

Sandburgen bauen: Wenn es heiß ist, geht Brit Strohkirchen oft mit den Mädchen und Jungen der Kita Seebad Wendorf an den Strand.  Fotos: Annegret Behncke
1 von 2
Sandburgen bauen: Wenn es heiß ist, geht Brit Strohkirchen oft mit den Mädchen und Jungen der Kita Seebad Wendorf an den Strand.

Der Strand in Wismar ist naturbelassen – Steine, Matsch und Seealgen machen es Kindern schwer, doch es soll besser werden

von
15. August 2016, 12:00 Uhr

Für meinen letzten Strandtest zieht es mich nach Wismar Wendorf. Ich parke nahe der Seebrücke. Von hier ist es nur ein Katzensprung zum Strand. Ich betrete die 350 Meter lange Brücke an der Wismarer Bucht. Mein erster Eindruck: schön! Schwäne im Wasser, das Meer liegt ganz ruhig da und in der Ferne entdecke ich Kinder. Sie tollen ausgelassen umher. Plantschen. Laufen. Lachen. Sammeln Stöcker und Steine. Einige spielen im Sand. „Vorsicht“, ermahnt Brit Strohkirchen einen kleinen Jungen. „Nimm nicht so einen großen Stein“. Heute ist sie mit 14 Kindern hier am Strand. „Wenn es das Wetter zulässt, kühlen wir uns hier ab“, erklärt mir die Erzieherin aus der Kita Seebad Wendorf. Doch schön ist es hier nur auf den ersten Blick. Zu viele Steine. Zu viel Seegras. Zu matschig. Zu viel Müll. „Wir gehen her, weil es nicht weit weg vom Kindergarten ist – die Kinder lieben das Wasser“, so Strohkirchen. Doch für die kleinen Kinderfüße wäre es durchaus ein schwieriges Unterfangen. Die riesigen Steine machen den Zugang zur See äußerst abenteuerlich. „Hier gehen auch viele Leute mit Hunden baden – und die hinterlassen natürlich auch ihr Geschäft am Strand“, beschwert sich die 45-Jährige, während sie ein Auge auf die Kinder hat.

Mein Weg führt mich ein Stückchen weiter. Hier beginnt nun der 120 Meter lange bewachte Strandbereich. Laut Aussage der Stadt Wismar soll der Wachdienst der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) täglich von 9 bis 18 Uhr durch drei Rettungsschwimmer übernommen werden. Doch an meinem Testtag sehe ich niemanden. Ich frage also nochmals beim Sprecher der Stadt nach. Die Antwort: „Aus Krankheitsgründen ist der Strand nicht besetzt.“

„Wir wollen, dass es wieder wie früher wird“, sagt Andrea Vogler-Lehmann. Sie setzt sich mit rund 30 Leuten für die Verschönerung des Strandes ein. Die Bürgerinitiative „Wismarer Strandbelebung“ bemüht sich zur Zeit um neue, witterungsbeständige Holzbänke und genügend Mülleimer. „Das ist sehr kostspielig, wir sind auf Spenden angewiesen“, erklärt Vogler-Lehmann. Doch sie verspricht, am Wismarer Strand, soll es bald auch für Kinder schöner werden.

Strandtest Ostseestrand Wismar

Sandburg-Faktor

Ob klein, ob groß – hier ist alles möglich.

Wellen-Faktor

Wellen können riesig werden – hängt ganz vom Wind ab.

Wassersport-Faktor

Schwimmen, schwimmen, schwimmen 

FKK-Faktor

Jeder wie er will, ein Verbotsschild ist nicht zu entdecken.

Badewannen-Faktor

Der Strand liegt an der Wismarer Bucht, daher ist es ein Stück weit normal, dass es  Algen, Steine und Matsch gibt. Die Qualität des Wasser ist zum Baden geeignet, das bescheinigt  das Landesamt für Gesundheit und Soziales.

Mops-Faktor

Hunde sind hier nicht ausdrücklich verboten.

Wellness-Faktor

Möwengeschrei, Meeresrauschen und jede Menge Seeluft  

Sicherheits-Faktor

Eigentlich sollen drei Rettungsschwimmer täglich vor Ort sein – am Tag des Checks war allerdings niemand dort.   

Mülleimer-Faktor

Leider haben einige Gäste ihren Unrat liegen lassen. Es finden sich leere Flaschen und Scherben am Strand.  

Dusch-Faktor

Duschen muss man zu Hause. 

Hunger-Faktor

Wer es in die Stadt schafft, sollte ein frisches Fischbrötchen direkt vom Kutter im Hafen probieren.

Unterhaltungsfaktor

Spielplatz und Minigolfanlage

Dicke-Marie-Faktor

bleibt dick, keine Kurtaxe

 

Und wo gehen Sie gerne baden? Schicken Sie uns Ihre Strandvorschläge mit Adresse, kurzer Beschreibung und gerne auch mit einem Bild an onlineredaktion@medienhausnord.de und wir ergänzen sie als Lesertipp in unserer Karte.

(Hinweis: unvollständige Vorschläge können leider nicht berücksichtigt werden. Die Sammlung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, die Infos sind ohne Gewähr.)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen