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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 00:17 Uhr

Nichts dem Zufall überlassen

vom

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2012 | 09:17 Uhr

Wer erfolgreich angeln will, sollte nichts dem Zufall überlassen. Das jedenfalls behauptet der Rostocker Peter Rinow, der sich in seiner langjährigen Laufbahn als Angler tiefgründige Kenntnisse über die Jagd auf das Schuppenwild erworben hat. "Angeln ist mit seinen vielfältigen Methoden und Spezialrichtungen eine Wissenschaft für sich", erklärt er. Deshalb ist es mit einigen Tipps auch nicht getan, sondern jeder, der hier erfolgreich sein will, muss sich intensiv mit der komplexen Materie befassen, eigene Erfahrungen sammeln und den Meinungsaustausch mit anderen Hobbyanglern pflegen.

Schon beim Angelgerät lauerten die ersten möglichen Fehler, wie Rinow warnt. Wichtig sei, dass man sich nach dem zu erbeutenden Zielfisch richtet und sich entsprechend theoretisch vorbereitet und praktisch ausrüstet. So sollte nicht mit einer relativ harten Rute, mit der beispielsweise große Hechte oder Zander gefangen werden, auf Karpfen oder Schlei gegangen werden. Letztere brauchen erfahrungsgemäß eine sensible elastische Rute, damit ihnen beim Anhieb nicht der Haken aus den eher weichen Mäulern gerissen wird.

Eine ganz besondere Rolle spielt auch die Auswahl der Köder. Davon gibt es nach Darstellung von Rinow eine Unmenge. So die Gruppe der natürlichen Köder wie etwa Totfisch, Fischfetzen, Würmer, Insekten, Maden oder individuell gefertigte Teigboilies. Noch größer ist die Zahl der künstlichen Köder wie Blinker, Spinner, Wobbler, Pilker, Gummifische oder Fliegen mit ihrem schier unerschöpflichen Formen- und Farbenreichtum. Auf welchen Köder man zurückgreift, ist ebenfalls vom Zielfisch abhängig, aber auch davon, welche Köder am besten ins Beuteschema der Fische des jeweiligen Gewässers passen.

Zudem gilt eine Grundregel, wonach in dunklen und trüben Gewässern eher hellere und in klaren Gewässern mit starkem Lichteinfall eher dunkel gefärbte Köder eingesetzt werden. Allerdings bestätigen auch da Ausnahmen die Regel, weshalb ein Test mit verschiedenen Ködern durchaus lohnenswert sein kann, wie Rinow meint. Zielgerichtetes und nicht übertriebenes Anfüttern kann spürbar zu einem guten Fangergebnis etwa bei Karpfen, Schlei oder Blei beitragen. Zunehmend dominiert heute das Angeln mit Spinnrute und künstlichem Köder die Szenerie. "Es ist die aktivere und effektivere Form des Angelns, da im Vergleich zum Ansitzangeln größere Reviere befischt werden können und so die Fangaussichten größer sind", erläutert der Experte.

Für das Angeln in einem unbekannten Gewässer hat Rinow folgenden Rat parat: "Nicht einfach drauf los angeln, sondern erst einmal die Lage sondieren und ermitteln, welche Fische hier heimisch sein könnten." Rückschlüsse auf Beschaffenheit und Fischvorkommen des Gewässers geben beispielsweise der Pflanzenwuchs am Ufer und im Wasser, Durchsichtigkeit des Wassers sowie die Art des Gewässeruntergrundes. So wächst Wasserpest eher auf sandigem oder kiesigem Untergrund, der unter anderem Zander und Barsch vermuten lässt. Binsen sprechen mehr für schlammigen Untergrund. Bewegen sich die Binsen ohne Wind oder steigen Blasen in ihrer Nähe auf, gründeln dort möglicherweise Karpfen oder Schlei. Rinow empfiehlt den Gewässeruntergrund mit einem Grundblei an einer besonders weichen Spinnrute auf seine Beschaffenheit wie fest oder morastig zu testen. So werden dem Angler wichtige Hinweise geliefert. Hilfreich kann auch das Gewässerverzeichnis des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern in Broschürenform oder im Internet sein, die persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen des Anglers vor Ort kann dieses Dokument allerdings nicht ersetzen.

Rinows Tipp für die gegenwärtige Jahreszeit ist, dem langsam in Beißlaune kommenden Aal mit der Grund- oder Posenangel nachzustellen, möglichst in dunkleren Gewässern, die sich schneller erwärmen. Als Köder setzt er dabei auf Tauwurm und toten Fisch. Auch der Barsch hat seine Laichzeit weitgehend beendet und kann gut mit Blinker, Gummifisch oder auch Rotwurm geködert werden. Zudem ist der Dorsch im Kommen und kann beim Brandungs- oder Kutterangeln in der Ostsee gefangen werden. Das gilt auch für die schmackhafte Meerforelle, die jetzt zunehmend in Uferbereichen der Ostsee anzutreffen ist. Auf den Hecht muss noch etwas gewartet werden, da in fast allen Gewässern die Schonzeit noch bis Mai gilt. Ab dann darf er gejagt werden und verspricht gute Fänge, da Esox nach der Laichzeit extrem ausgehungert ist und auf fast alles geht, was nach Beute aussieht.

Rinow sieht Sachkunde und Naturverbundenheit als wichtige Voraussetzung für das Angeln an. Deshalb befürwortet er auch den Fischereischein mit der dazugehörigen Prüfung. Zusätzlich empfiehlt er Fachseminare oder von Experten geführte Angeltouren, sprich Guiding, wie sie unter anderem vom Dienstleister ProNature im Müritzgebiet angeboten werden und wo Rinow maßgeblich mitwirkt. "Wir sind Berater, Betreuer, Fischfinder und Naturvermittler in einem und haben Spaß an unserer Arbeit", verrät er. Eine Fanggarantie könnten aber selbst die größten Angelspezialisten nicht geben, räumt er ein: "Dafür hängt die Beißlaune der Fische von zu vielen Faktoren wie etwa Wetter und Wassertemperatur ab."

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