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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 06:48 Uhr

Lesertelefon : Nichtraucher leben länger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Expertinnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gaben gestern Auskunft

Meine Mutter wurde 90 Jahre alt. Sie hat immer stark geraucht. Also: Warum sollte ich aufhören?
Die Statistik zeigt, dass rauchende Menschen im Durchschnitt zehn Jahre früher sterben als nicht rauchende und häufiger krank werden. Auch ihre Lebensqualität ist stärker eingeschränkt. Befragungen belegen, dass Menschen, die erfolgreich ausgestiegen sind, ihre Lebensqualität höher einschätzen, als Personen, die weiterhin rauchen.
Mein Arzt dringt darauf, dass ich nicht mehr rauche. Aber ich rauche seit 37 Jahren. Was soll das jetzt?
Aufhören lohnt sich in jedem Alter. Nach zwölf Stunden sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut und der Sauerstoff-Spiegel steigt auf normale Höhe und damit die körperliche Leistungsfähigkeit. In der Regel stabilisiert sich innerhalb von drei Monaten der Kreislauf. Nach maximal neun Monaten gehen Hustenanfälle, Verstopfung der Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit zurück. Die Lunge wird allmählich gereinigt, indem Schleim abgebaut wird. Die Infektionsgefahr verringert sich. Auch wer im mittleren oder höheren Erwachsenenalter mit dem Rauchen aufhört, erhöht statistisch gesehen seine Lebenserwartung um wertvolle Jahre.
Mein Bruder ist an Krebs gestorben. Wir haben beide vor 40 Jahren angefangen zu rauchen. Meine Tochter hat jetzt Panik, dass ich auch krank werde. Aber wenn ich aufhöre – das würde doch mein Krebs-Risiko nicht mehr verringern, oder?
Doch. Fünf Jahre nach der letzten Zigarette vermindert sich das Risiko für Krebs in Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase um die Hälfte; das Gebärmutterhalskrebs-Risiko ist dann nicht mehr höher als bei Nichtrauchenden. Nach zehn Jahren halbiert sich das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben.
Ich habe mir ganz fest vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören. Wie schaffe ich es?
Bereiten Sie diesen Tag intensiv vor. Sinnvoll ist, erst einmal ein paar Tage das eigene Rauchverhalten genau zu beobachten. Sie können in einem Raucherprotokoll bei jeder Zigarette aufschreiben, wann Sie sie rauchen und was Sie jetzt von dieser Zigarette erwarten. Soll sie Ihnen Entspannung bringen oder Konzentration oder die Langeweile vertreiben oder was sonst? Dann überlegen Sie, was Sie statt des Rauchens in diesen Situationen tun können, um Ihre jeweiligen Bedürfnisse zu befriedigen. Schreiben Sie Ihre Ideen auf, damit sie zur Hand sind, wenn es ernst wird.
Ich will mit dem Rauchen aufhören, aber dann habe ich ja nichts mehr, um Stress abzubauen…
Das Rauchen selbst entspannt eigentlich nicht. Es beschleunigt die Herz- und Atemfrequenz, erhöht den Blutdruck, steigert die Magensaftproduktion und setzt Adrenalin frei. Aber bevor Sie sich eine Zigarette anzünden, baute sich durch das Absinken des Nikotinlevels in Ihrem Körper eine Spannung auf. Durch die Inhalation des Nikotins wird diese nun wieder abgebaut. Echte Entspannung kann anders aussehen, zum Beispiel am offenen Fenster zehnmal tief ein- und ausatmen, eine Runde um den Block gehen, geruhsam einen Tee zubereiten oder die Lieblings-CD hören. Sie können auch Entspannungstechniken erlernen, wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Gibt es auch auf dem Land Nichtraucherkurse?
Unter www.rauchfrei-programm.de finden sie Informationen zu Kursen in Ihrer Nähe und zu Möglichkeiten der Kostenerstattung. Unter www.rauchfrei-info.de gibt es ein interaktives Ausstiegsprogramm. Und wenn Sie möchten, können auch wir Sie gern vier bis fünf Wochen lang telefonisch begleiten. Da wir zurückrufen, fallen für Sie keine Telefonkosten an. Das Beratungstelefon für Rauchentwöhnung der BZgA erreichen Sie von Montag bis Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr unter 01805/31 31 31 (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz).
Ich weiß schon, dass das Rauchen mir schadet, aber die Zigaretten schmecken einfach zu gut. Was hilft?
Wonach schmecken Zigaretten eigentlich? Überlegen Sie, wie Ihnen die erste Zigarette geschmeckt hat, die Sie geraucht haben. Danach haben Sie sich einfach an den Geschmack gewöhnt. Nach einem Rauchstopp erholt sich Ihr Geruchs- und Geschmacksempfinden, das durch den Zigarettenkonsum stark beeinträchtigt wurde. Sie werden erstaunt sein, wie intensiv Sie wieder alles schmecken und riechen können.
Ich will mit dem Rauchen aufhören. Aber ich verschiebe es immer wieder. Wie komme ich weiter?
Sie könnten auf einem Zettel notieren, warum Sie mit dem Rauchen aufhören wollen. Denken Sie an finanzielle und gesundheitliche Vorteile, aber auch an Verbesserungen, die mit der Familie oder Freunden zu tun haben. Deponieren Sie diesen Zettel möglichst an einem Ort, wo Sie ihn oft am Tag sehen. Und dann suchen Sie sich in den nächsten zehn Tagen Ihren Stopp-Tag und bereiten sich auf diesen vor.
Wird die Haut besser, wenn man aufhört zu rauchen?
Ja, die giftigen Substanzen des Tabakrauchs bewirken, dass das Kollagen der Haut schneller abgebaut wird. Außerdem wird die Haut von Rauchern mit weniger Sauerstoff und Feuchtigkeit versorgt. Daher neigen sie stärker zu vorzeitiger Faltenbildung. Bei Raucherinnen altert die Haut übrigens noch schneller als bei männlichen Rauchern. Nach dem Rauchstopp wird die Haut besser durchblutet und sieht schon nach ein paar Tagen frischer aus.

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