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Experten raten zu Erste-Hilfe-Auffrischungskursen : Nicht zu helfen ist der größte Fehler

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"Der einzige Fehler, den man machen kann, ist bei Unfällen nicht zu helfen", sagte Matthias Schubert. Der Lehrbeauftragte des DRK-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern betonte.

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 11:44 Uhr

Schwerin | "Der einzige Fehler, den man machen kann, ist bei Unfällen nicht zu helfen", sagte Matthias Schubert. Der Lehrbeauftragte des DRK-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern betonte, wie wichtig Erste Hilfeleistungen im Notfall sind. "Stellen Sie sich vor, da liegt ein Familienvater, der auf dem Weg von der Arbeit nach Hause verunglückt ist und der nur überlebt, wenn Sie helfen", malte er aus. Die häufigste Ursache, weshalb Menschen an einem Verletzten vorbeifahren, sei Angst. Persönliche Angst um das eigene Wohlergehen. Juristische Angst, einen folgenschweren Fehler zu machen, durch den der Verletzte geschädigt wird.

"Diese Befürchtungen sind nichts, im Vergleich zur Situation der Verletzten und auch aus rechtlicher Sicht sind sie unbegründet", erklärte der Schweriner, der seit mehr als 20 Jahren Führerschein anwärtern Erste Hilfe beibringt. Juristisch sei man auf der sicheren Seite, da die Notlage der Unfallbeteiligten bereits verursacht sei. Strafbar mache man sich eher, wenn man an einem Unfall vorbeifährt.

Die Lehrmethoden haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, auch die Inhalte. "Wer aber vor dreißig Jahren einen Kurs gemacht hat, der kann im Notfall auf dieses Grundlagenwissen vertrauen", erklärte Schubert. Davon ungeachtet hat der Experte zu Auffrischungskursen beim DRK geraten, die man alle fünf Jahre machen sollte. In wenigen Stunden könnten Autofahrer dort Erste Hilfe "neu" lernen. Das bringe ihnen nicht nur im Straßenverkehr zusätzliche Sicherheit.

Die Grundregeln für Erste Hilfe am Unfallort lauten kurz zusammengefasst: Fahren Sie langsam am Unfallort und parken Sie das Auto in sicherem Abstand. Erst Unfallstelle absichern, Überblick verschaffen dann alarmieren Sie per 112 die Rettungskräfte und warten am Telefon auf mögliche Rückfragen. "Sollten Sie ängstlich sein, in der Nacht am Straßenrand allein auszusteigen, versuchen Sie andere Verkehrsteilnehmer zum Anhalten zu bewegen. Dann können Sie ruhiger helfen", erklärte Schubert, der diese Ängste gerade von Frauen kennt.

Die sogenannten Ersthelfer sollten ein Warndreieck 100 Meter (Landstraße) oder 200 Meter (Autobahn) entfernt aufstellen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Bei Bewusstlosen erst die Atmung überprüfen und im Notfall die Herz-Druck-Massage und die Beatmung beginnen. 30-mal drücken, zweimal beatmen! Stark blutende Wunden sollten schnell versorgt werden. "Nutzen Sie dabei zur eigenen Sicherheit und auch zur Sicherheit des Verletzten Einmalhandschuhe", merkte der DRK-Ausbilder an.

Eine Grundregel der Fachleute sei es zudem, auf die Wünsche und Ängste der Verletzten einzugehen. Wenn ein Motorradfahrer seinen Helm aufbehalten will, soll er. Bei bewusstlosen Motorradfahrern wird der Helm abgenommen! Und auch das Trösten von Beteiligten gehöre zur Ersten Hilfe. Jeder, dem selbst einmal geholfen wurde, weiß, wie wertvoll, wie unbezahlbar diese Worte und Gesten sein können.

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