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Rimini am Ostseestrand : Nicht nur die Sonne lockt Urlauber an MVs Küste

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Endlich Hochsommer: In Massen sind Sonnenhungrige an die Strände geströmt. Mit dem Ferienstart in Hamburg, Berlin und Brandenburg könnte es dort noch voller werden. Die Tourismusbranche profitiert aber auch ungewollt von globalen Ereignissen. Viele Urlauber bleiben lieber im Land.

Sonne satt und warme Temperaturen haben Urlauber und Tagesausflügler nach Tagen mit durchwachsenem Wetter am Mittwoch zu Tausenden an die Ostseestrände gelockt. Neben dem sommerlichen Wetter beschert die unsichere Lage in einigen typischen Sommerurlaubsländern der Tourismusbranche derzeit einen Boom. „Die Branche fährt unter Volllast“, sagte der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf am Mittwoch. Temperaturen um 22 bis 24 Grad an den Küsten und Sonne sorgten für Mittelmeer-Feeling an den Stränden.

In Binz auf Rügen wie auch in Karlshagen waren die Strände gut gefüllt. „Da geht aber noch mehr“, sagte die Kurdirektorin von Karlshagen, Christina Hoba. Auch am Strand von Warnemünde tummelten sich am Mittwoch Tausende Urlauber und Badegäste. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Start in die Sommersaison. Mit Ferienbeginn in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland zieht es seit dieser Woche noch mehr Gäste an unsere Strände“, sagte Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm.

Der nächste Urlauberschwung sitzt bereits auf gepackten Koffern. Berlin, Brandenburg und Hamburg starten am Donnerstag in die Ferien. „Besonders die Strandkörbe erfreuen sich in diesen Tagen wieder großer Beliebtheit“, sagte Fromm. Das Wasser der Ostsee habe mit 19 Grad bereits eine angenehme Badetemperatur und die warme Luft lade am fünf Kilometer langen Strand zum Sonnenbaden und Strandsport ein.  Nach Angaben des Landestourismusverbandes führt die gefühlt unsichere Lage in anderen Ländern dazu, dass sich Urlauber verstärkt nach Mecklenburg-Vorpommern orientierten. Spontan-Urlauber, die ein Quartier an der Küste suchen, sollten zeitlich und räumlich flexibel sein, sagte Verbandssprecher Tobias Woitendorf. Die Tourismusbetriebe seien zu rund 90 Prozent ausgelastet.

In Karlshagen berichtet Kurdirektorin Christina Hoba von einem spürbaren Effekt durch die Terrorangst. „Wir können die Einflüsse globaler Ereignisse erkennen“, sagte sie. So gebe es derzeit eine Reihe Spontan-Anfragen von Interessenten, die wegen der unsicheren Situation in Teilen des Mittelmeeres lieber auf die Insel Usedom wollen. In Karlshagen sind die Hotels und Ferienwohnungen zu 95 Prozent ausgelastet. Die Kapazität des Campingplatzes sei erschöpft. Für Wohnmobile und Wohnwagen sind erst wieder Plätze am 19. August frei.

Nach Angaben des Verbandssprechers Woitendorfs war die Nachfrage nach einem Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern bereits im Frühjahr um etwa zehn Prozent gewachsen. Dass sich die gestiegene Nachfrage auch in einem ebenso deutlichen  Anstieg der tatsächlichen Urlauberzahlen widerspiegelt, sei jedoch nicht zu erwarten. Limitierender Faktor ist die Bettenkapazität im Land. Dennoch rechnet der Verband nach ersten vorsichtigen Schätzungen mit einem Super-Tourismussommer, der an das Rekordergebnis vom Vorjahr heranreicht oder dieses sogar überbietet. Dennoch warnt Woitendorf vor zu viel Euphorie: „Der Sommer muss erst durchschritten werden“, sagte er.

Nach Angaben des Verbandes werden allein in diesem Sommer rund 3,5 Millionen Menschen ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verbringen. Dass rechtzeitig zum Ferienbeginn in Hamburg, Berlin und Brandenburg die Sonne scheint und die Temperaturen auf sommerliche Werte klettern, sei das „I-Tüpfelchen“. Davon profitiere vor allem die Campingbranche, die als besonders wetterabhängig gilt.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) profitiert die Tourismusbranche in diesem Jahr auch vom breiteren Ferienkorridor. Auf diese Weise werde eine gleichmäßigere Auslastung der Tourismuswirtschaft insgesamt erzielt, sagte Glawe. Der Ferienkorridor - also der Zeitraum zwischen dem ersten und dem letzten Tag der Sommerferien in allen Bundesländern - liegt in diesem Jahr bei 82 Tagen, 2014 lag er bei 73 und 2015 bei 78 Tagen. Ab 2018 soll der Sommerferienkorridor 85 Tage betragen.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden im ersten Halbjahr rund 24 Millionen Euro in touristische Infrastruktur investiert. Dazu zählt der Neubau der Uferpromenade in Rostock, das Haus des Gastes in der historischen Burganlage Plau am See oder die neue Nashornanlage im Schweriner Zoo. Das Wirtschaftsministerium förderte die Investitionen mit 20 Millionen Euro.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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