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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 20:44 Uhr

Nicht erpressbar?

vom

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2007 | 07:05 Uhr

Glückliches Ende für den deutschen Ingenieur Rudolf Blechschmidt. Aufatmen bei den Angehörigen, Erleichterung in Berlin. Nach dreieinhalb Monaten ist für ihn das Geiseldrama in Afghanistan glimpflich ausgegangen. Stets hatte die Bundesregierung versichert, sie lasse sich nicht erpressen. Am Ende scheint man sich dennoch auf einen Handel mit den Entführern eingelassen zu haben. Von einem Austausch gegen vier gefasste Mittäter ist da die Rede. Und auch über die Zahlung von Lösegeld wird spekuliert. Da stellt sich die Frage, ob die Bundesregierung kurz vor der Bundestagsentscheidung über die Verlängerung des Afghanistan- Einsatzes ihre Prinzipien hinten angestellt hat.
Natürlich ist es ein Erfolg, wenn eine Geisel befreit werden kann. Doch darf dabei nicht der Eindruck entstehen, dass man mit der Bundesregierung einen lukrativen Handel machen kann. Es geht darum, den brutalen Feinden von Freiheit, Demokratie und Wiederaufbau entschieden zu begegnen. Nur wenn es in Afghanistan größere Fortschritte bei der Sicherheit gibt, Polizei und Justiz endlich handlungsfähig werden, lassen sich Anschläge und Geiselnahmen wirksamer bekämpfen.
Allein militärisch lassen sich die gewaltigen Probleme am Hindukusch nicht lösen. Aber ohne den Einsatz der internationalen Streitkräfte gelingen Frieden und Aufbau erst recht nicht und das Land würde wieder in die Hände der Taliban fallen.

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