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Region Güstrow : Neutrale "Schiedsrichter" kaum gefragt

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Sie sollen schlichten bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, bei Auseinandersetzungen über Geldbeträge, bei Beleidigungen oder Sachbeschädigungen. Schiedsstellen würden aber kaum in Anspruch genommen.

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erstellt am 09.Mär.2012 | 12:32 Uhr

Güstrow | Sie sollen schlichten bei ärgerlichen Nachbarschaftsstreitigkeiten, bei Auseinandersetzungen über kleinere Geldbeträge, bei Beleidigungen oder kleinen Sachbeschädigungen - Schiedspersonen. Hier geht es meist nicht um komplizierte juristische Fragen, sondern um rechtlich einfache, aber menschlich komplizierte Konflikte. Gesunder Menschenverstand ist gefragt. Die Vermittlung durch einen neutralen "Schiedsrichter" bringt oft schnellere und vor allem billigere Lösungen, als bei einem aufwendigeren Gerichtsverfahren. "Ziel ist es, die Gerichte damit zu entlasten. Doch das funktioniert leider nicht richtig", zeigt sich Annamaria Düvel, Direktorin des Amtsgerichtes Güstrow, enttäuscht. Die Schiedsstellen in der Region würden kaum bis gar nicht in Anspruch genommen.

Die acht Schiedsstellen (Stadt Güstrow, Amt Güstrow-Land, Laage, Krakow am See, Teterow, Bützow, Gnoien und Mecklenburgische Schweiz) behandelten im vergangenen Jahr gerade mal 16 Fälle. "Das ist sehr wenig", so Annamaria Düvel. Im Amt-Güstrow-Land, Teterow und Laage wurde die Hilfe von Schiedspersonen nicht ein einziges Mal nachgefragt. In Güstrow gab es fünf Anträge auf Schlichtungsverhandlungen, ebenso in Bützow, in Krakow am See lediglich drei. Trotz der geringen Inanspruchnahme der Schiedsstellen würdigte Annamaria Düvel gestern den ehrenamtlichen Einsatz von Schiedsfrauen und Schiedsmännern. Im Amtsgericht zeichnete sie die beiden Teterower Uwe Hohenegger und Christel Ross sowie den Laager Manfred Ludwig aus, der jedoch wegen einer Erkrankung nicht erschien. Sie alle engagieren sich bereits zehn Jahre als neutrale "Schiedsrichter". "Die Arbeit dieser Leute ist wirklich wichtig, um bei geringschwelligen Streitigkeiten zu schlichten", so die Amtsgerichtsdirektorin.

Durch eine Schlichtung könne den Streitparteien oft viel besser geholfen werden, als durch ein Gerichtsverfahren, ist Annamaria Düvel überzeugt. "Als Richterin kann ich nur Steine statt Brot geben. Ich kann nur nach Recht und Gesetz urteilen, das einigt die Leute aber oftmals nicht. Der eigentliche Streit geht weiter", sagt sie. Eine Schlichtung sei zudem wesentlich kostengünstiger als ein Gerichtsverfahren.


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