Geheimniskrämerei in Sachen Theaterpolitik ist zu Ende : Neun Theaterkonzepte - alle tun weh

'Es war ein völlig ungelenktes Verfahren.' Mit diesen Worten präsentierte Minister  Brodkorb  die Konzepte.Regge-Schulz
"Es war ein völlig ungelenktes Verfahren." Mit diesen Worten präsentierte Minister Brodkorb die Konzepte.Regge-Schulz

Alles so lassen wie es ist, regionale Theater- oder Opernverbünde mit Landesträgerschaft bilden oder das Fördergeld auf "Leuchtturmtheater" konzentrieren - das sind die grundsätzlichen Alternativen für die Theater.

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25. September 2012, 08:03 Uhr

Schwerin | Die Geheimniskrämerei in Sachen Theaterpolitik ist zu Ende: Alles so lassen wie es ist, regionale Theater- oder Opernverbünde mit Landesträgerschaft bilden oder das Fördergeld auf "Leuchtturmtheater" konzentrieren - das sind die grundsätzlichen Alternativen, wie sie die Beraterfirma Metrum im Auftrag des Kultusministeriums ausgearbeitet hat. Gestern Nachmittag stellte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) die neun verschiedenen Modelle vor. Er betonte, dass es außer den gedeckelten Landeszuschüssen für die Bühnen und dem Wunsch nach mindestens fünf alternativen Konzepten keine Vorgaben gegeben habe: "Ob Sie es glauben oder nicht, es war ein völlig ungelenktes Verfahren." Alle Vorschläge fußen auf den 35,8 Millionen Euro pro Jahr für alle Bühnen im Land. Erst nach einer Anpassung der derzeit damit unterfinanzierten Theaterlandschaft könne man an eine Dynamisierung der Landes-Zuschüsse denken, so Brodkorb.

Variante eins "Autonomie" setzt weiter auf die Eigenständigkeit der Theater und Orchester im Land - es ist quasi der Jetzt-Zustand. Nur die Berechnung der jeweiligen Zuwendungen des Landes an die Theater würde verändert.

Variante zwei "Autonomie und Kooperation" ähnelt Variante eins, beinhaltet aber einen neuen Kulturfonds, der Geld für besondere Kooperationsprojekte vergibt. Aber auch hier gilt: Mehr als 35,8 Millionen Euro insgesamt gibt es nicht vom Land.

Variante drei ist die "Staatsoper Mecklenburg": Die Orchester und Musiktheatersparten aus Schwerin und Rostock gehen zusammen und in eine Hauptträgerschaft des Landes über.

Variante vier nennt sich "Zwei-Landesopern-Modell" und versammelt Orchester und Musiktheater aus Schwerin und Rostock einerseits und aus Stralsund/Greifswald und Neubrandenburg/Neustrelitz andererseits in jeweils eine "Landesoper", deren Hauptträger wie in Variante drei wieder das Land wäre.

Variante fünf legt sogar alle Orchester und Musiktheater-Sparten im Land zu einer "Staatsoper Mecklenburg-Vorpommern" zusammen, wobei noch entweder die Neubrandenburger oder die Norddeutsche Philharmonie erhalten bliebe. Variante sechs greift die schon oft diskutierte Fusion der Theater in Schwerin und Rostock zu einem "Staatstheater Mecklenburg" wieder auf, allerdings mit dem Land als Mehrheits-Träger.

Variante sieben ist das "Zwei-Staatstheater-Modell", bei dem Rostock mit Schwerin sowie Neubrandenburg/Neustrelitz mit Stralsund/Greifswald zusammengehen, ebenfalls in mehrheitlicher Trägerschaft des Landes.

Variante acht schlägt zwei "Leuchtturmtheater Mecklenburg" in Schwerin und Rostock vor. Sie bekämen regelmäßig steigende Zuschüsse, alle anderen dafür weniger Geld.

Variante neun, das "Leuchtturmtheater Mecklenburg-Vorpommern", würde nur die Theater in Schwerin und in Stralsund/Greifswald verstärkt fördern.

Welche Variante er bevorzugt, wollte Kultusminister Brodkorb gestern nicht sagen: "Ich bilde mir meine Meinung zum Schluss." Am Schluss der Diskussion, denn nun sollen sich Theater und deren Träger - also die Kommunen - auf eine Vorzugsvariante einigen. Bis wann? Brodkorbs Vorstellung: "In vier bis sechs Wochen."

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