zur Navigation springen

Tag der offenen Tür im Landtag : Neugierig auf den neuen Plenarsaal

vom
Aus der Onlineredaktion

Rund 30 000 Besucher nutzen beim Tag der offenen Tür im Landtag die Gelegenheit, den Baufortschritt zu verfolgen

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2017 | 20:30 Uhr

„Das hat sich hier ja alles total verändert seit dem letzten Jahr.“ Helmut Rahn ist regelmäßig mit dabei, wenn der Landtag seine Türen öffnet – gestern interessierte den Schweriner vor allem der Baufortschritt im neuen Plenarsaal. Und nicht nur ihn: In der dritten Etage des Schlosses, in der neben dem alten der neue Plenarsaal entsteht, war zeitweise kaum noch ein Durchkommen. Dass das Parlament bereits im September zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause im neuen Domizil zusammenkommen will, mochten viele Besucher kaum glauben. Und doch steht der Fahrplan: Die technische Inbetriebnahme soll sogar bereits Ende Juli erfolgen.

Rund 30 000 Besucher zog es gestern in Deutschlands schönsten Landtagssitz – um auch in solche Räume zu schauen, zu denen die Öffentlichkeit normalerweise keinen Zutritt hat, um sich über die Arbeit der Fraktionen zu informieren oder um mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen. Manch einer wurde auch einfach überrascht, als aus dem geplanten Museumsbesuch plötzlich viel mehr wurde. Selbst Australier und ihre brandenburgischen Gastgeber zählten so zu den Besuchern.

Vor dem Büro des CDU-Fraktionsvorsitzenden Vincent Kokert bildete sich gestern die wohl längste Schlange: An Kinderquiz und Kinderschminken führte für Familien mit kleinen Kindern kein Weg vorbei. Ansonsten aber habe seine Fraktion diesmal bewusst „auf die Materialschlacht verzichtet“, so Kokert und stattdessen darauf gesetzt, über ein Quiz mit Besuchern ins Gespräch zu kommen. „Und das klappt ausgezeichnet.“

Auch der Petitions - und der Rechtsausschuss setzten auf einen Wissenstest, bevor es dann – auch für nicht ganz richtig ausgefüllte Fragebögen – eine Kleinigkeit als Belohnung gab. Ein noch größerer Besuchermagnet war aber eine elektronische Fußfessel, die Rechtsausschussvorsitzender Philipp da Cunha (SPD) mitgebracht hatte. Er konnte Interessenten auch Auskunft darüber geben, wie viele von den derzeit 850 im Land unter Führungsaufsicht stehenden Personen eine solche Fußfessel tragen: Es sind 13.

Ernste Anliegen versuchten auch die Linken zu transportieren. Während sie im alten Pferdestall eine Ausstellung über „Die weltweite Bewegung ,Freies Deutschland‘ 1943 – 1945“ zeigten, sammelten Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg und weitere Abgeordnete im Vorhof des Schlosses Unterschriften für die Volksinitiative „Kinder und Jugendarmut begegnen“. „175 Unterzeichner in nicht einmal anderthalb Stunden – das ist wirklich eine sehr gute Resonanz“, freute sich Oldenburg bereits mittags.

Sehr zufrieden waren auch die Abgeordneten der AfD-Fraktion, deren Werbeartikel reißend Abnehmer fanden. Im eigens eingerichteten „Social-Media-Studio“ dagegen ließ sich zwar so mancher Besucher zusammen mit den AfD-Abgeordneten fotografieren. Dass die Bilder veröffentlicht werden, lehnten die meisten jedoch explizit ab – es war allerdings auch überhaupt nicht vorgesehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen