Wirtschaft MV : Neues Jahr beginnt mit Streiks

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Harte Tarifverhandlungen in MV stehen an

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02. Januar 2018, 05:00 Uhr

2018 steht Mecklenburg-Vorpommern ein hartes Tarifjahr bevor. Aufgrund der anhaltenden Hochkonjunktur sind die Forderungen der Gewerkschaften höher als in den Vorjahren. Die ersten Streiks stehen kurz bevor.

„Wir verlangen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sechs Prozent mehr Lohn“, sagt Heiko Messerschmidt, Pressesprecher der IG Metall Küste. Außerdem soll in MV die Wochenarbeitszeit von derzeit 38 auf das westliche Niveau von 35 Stunden herabgesetzt werden. Die laufenden Verhandlungen brächten derzeit nicht die gewünschten Ergebnisse. Die IG Metall plant daher mit massiven Warnstreiks ab dem 8. Januar, aus denen im Februar heftigere Arbeitskämpfe werden könnten.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat bisher nur zwei Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 200 Euro für insgesamt 15 Monate angeboten, dafür jedoch Bedingungen gestellt. „Die Arbeitgeber müssen kräftig nachlegen. Ihr Angebot ist nicht der Rede wert“, sagt Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. In der Branche sind in MV etwa 7500 Mitarbeiter tarifgebunden beschäftigt.

Die erfolgreichen Geschäfte des Jahres wecken auch Begehrlichkeiten in der Baubranche. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt fordert neben einer Einkommenserhöhung von sechs Prozent ein volles 13. Monatsgehalt. Die Verhandlungen hierzu beginnen im Februar. „Dabei geht es darum, den Bau-Beschäftigten ihren Anteil am Erfolg der Branche zu geben“, sagt IG Bau-Sprecher Ruprecht Hammerschmidt. Außerdem fordert die Gewerkschaft die Angleichung der Einkommensregelungen zwischen Ost und West endlich durchzusetzen.

Auch bei der Tarifpolitik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) steht im Jahr 2018 einiges an. Erstmals will die Arbeitnehmervertretung für alle Unternehmen eine einheitliche Tarifforderung erheben. Neu bei den Verhandlungen sei außerdem die Ankündigung der Arbeitgeberseite, einen neuen Arbeitgeberverband gründen zu wollen. Damit kämen sie einer langjährigen Forderung der EVG nach, sagt deren Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba: „Wir begrüßen es, künftig nicht mehr sieben unterschiedliche Verhandlungspartner zu haben, sondern nur noch einen einzigen. Das erleichtert die weiteren Verhandlungen erheblich.“

Bei Verdi stehen Auseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst für Bund und Gemeinden, in der Druckindustrie sowie bei der Telekom an. Fast alle Branchen stellen ihre konkreten Lohnforderungen erst zwischen Januar und Februar auf, sagte Frank Schischefsky, Pressesprecher des Verdi Landesbezirks Nord. „Noch ist unklar wie heftig die einzelnen Tarifrunden werden.“

Über alle Branchen hinweg sind indes lediglich 23 Prozent der Unternehmen im Land tarifgebunden.

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