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JVA-Neubau soll 2013 fertig sein : Neues Gebäude für Schwerverbrecher

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Der Neubau zur Unterbringung von maximal 20 Sicherungsverwahrten in Bützow soll bis Mai 2013 pünktlich fertig sein. Die Entlassung von potenziell gefährlichen Straftätern kann dadurch vermieden werden.

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erstellt am 22.Okt.2012 | 06:49 Uhr

Bützow | Zu Sicherungsverwahrung verurteilte Schwerverbrecher in Mecklenburg-Vorpommern können vom kommenden Mai an gesondert in der Haftanstalt Bützow im Landkreis Rostock untergebracht werden. Der Rohbau des Gebäudes steht, in einem halben Jahr soll es bezugsfertig sein. "Wir sind im Zeitplan", sagte Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) gestern auf dem Gelände der Haftanstalt, wo sie sich über den Fortgang der Bauarbeiten informierte. Mecklenburg-Vorpommern sei damit eines der ersten Bundesländer, das die strengen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umsetzte.

Bis Ende Mai 2013 müssen einem Urteil der obersten Richter zufolge alle Täter in Sicherungsverwahrung getrennt von den übrigen Gefangenen untergebracht werden. Anderenfalls müssen die als besonders gefährlich eingestuften Insassen freigelassen werden. Sie haben ihre meist langjährigen Haftstrafen verbüßt, kommen aber nicht frei, weil Gutachter davon überzeugt sind, dass von ihnen weitere Gefahren ausgehen.

"In Mecklenburg-Vorpommern besteht keine Gefahr, dass ein Gewalt- oder Sexualstraftäter aus der Sicherungsverwahrung entlassen werden muss", sagte Kuder mit Blick auf den Baufortgang. Das 4,9 Millionen teure Wohnhaus innerhalb der Bützower Gefängnismauern ist für insgesamt 20 Insassen ausgelegt. Ab Mai 2013 sollen neun Männer dort untergebracht werden, die wegen schwerer Gewalt- und Sexualdelikte und fehlender Aussicht auf ein straffreies Leben über ihre Haftzeit hinaus hinter Gittern bleiben müssen. Bislang sitzen sie im Gefängnis Waldeck bei Rostock ein.

Nach Ministeriumsangaben kostet der Hafttag im regulären Strafvollzug nach früheren Ministeriumsangaben rund 100 Euro pro Gefangenen, für Sicherungsverwahrte müsse in der Regel mit 50 bis 100 Prozent mehr kalkuliert werden. Geplant sei auch eine engere Kooperation mit den Bundesländern Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg. So sei laut Kuder eine Spezialisierung auf bestimmte Therapien möglich. Für die Sicherungsverwahrung in Bützow kündigte die Ministerin unter anderem an, vier Psychologen und drei Sozialarbeiter neu einzustellen. Für Sicherungsverwahrte hatte das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil Therapieplätze angemahnt. Für den aus Wohn- und Therapiehaus bestehenden Komplex in Bützow sind rund acht Millionen Euro veranschlagt. Das Haus für die Therapien wird voraussichtlich erst Ende 2013 fertig sein. Nach bisherigen Prognosen werden bis Ende kommenden Jahres zwölf und bis 2020 zwanzig Insassen in dem neuen Gebäude untergebracht sein.

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