Landesparteitag Neubrandenburg : Neues Führungsduo bei den Linken

In Mecklenburg-Vorpommern führen jetzt der langjährige Landtagsabgeordnete Torsten Koplin und die junge Politikwissenschaftlerin Wenke Brüdgam die Partei.

In Mecklenburg-Vorpommern führen jetzt der langjährige Landtagsabgeordnete Torsten Koplin und die junge Politikwissenschaftlerin Wenke Brüdgam die Partei.

Doppelspitze soll die Genossen in MV aus dem Tal führen.

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18. November 2017, 15:55 Uhr

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern wird erstmals durch eine Doppelspitze geführt. Auf dem Landesparteitag am Samstag in Neubrandenburg wählten die Delegierten die Politikwissenschaftlerin Wenke Brüdgam (32) aus Tribsees und den Neubrandenburger Landtagsabgeordneten Torsten Koplin (55) zu den neuen Vorsitzenden. Die Politikwissenschaftlerin Brüdgam war ohne Gegenkandidatin angetreten und erhielt 75 Prozent der Stimmen. Koplin erhielt 76,6 Prozent der Delegierten. Der 55-Jährige hatte sich in einer Kampfabstimmung gegen Horst Krumpen aus Wismar durchgesetzt, auf den 20,6 Prozent der gültigen Delegiertenstimmen entfielen.

Landesparteichefin Heidrun Bluhm war nach fünf Jahren im Amt nicht wieder zur Wahl angetreten. Die Bundestagsabgeordnete sagte, die Führung der Landespartei von Berlin aus sei schwer machbar. Auch ihre drei bisherigen Stellvertreter kandidierten nicht wieder.

Das neue Führungsduo soll die Parteiarbeit im Nordosten neu beleben und dafür sorgen, verloren gegangenes Wählervertrauen zurückzugewinnen. Die Genossen mussten in der vergangenen Zeit mehrere Wahlschlappen einstecken. Bei der Landtagswahl im September 2016 war die Nordost-Linke nur noch auf 13,2 Prozent der Stimmen gekommen und hatte damit ihr bislang schlechtestes Ergebnis erzielt. Die Zahl der Mitglieder ist in den vergangenen Jahren von mehr als 6000 auf nunmehr 3750 gesunken. Die Partei ist stark überaltert. Das Durchschnittsalter liegt bei 68 Jahren. “Ein Generationswechsel ist unverzichtbar”, sagte die neue Landesvorsitzende Büdgram.

In ihrer Bewerbungsrede präsentierte sich Büdgram als kämpferische Genossin. “Ich bin nicht immer diplomatisch”, erklärte die Mutter von Zwillingen. Im Landesverband habe es in der Vergangenheit zu wenig Debatten über Lösungen und Konzepte gegeben.

Der neue Landesvorsitzende Koplin kündigte an, dass Profil der Partei schärfen zu wollen. “Unser Markenzeichen ist die soziale Gerechtigkeit”, sagte Koplin. Die Linke müsse bei diesem Thema häufiger harte Haltung zeigen und “näher an die Menschen ran”. Gelingen soll das mit einer Reihe neuer Ideen und Aktionen. Die Partei will künftig wieder mit dem Infomobil “Flinke Kiste” durchs Land fahren. Geplant sei außerdem ein linkes Internetradio und eine linke Denkfabrik. Mehr Aufmerksamkeit versprechen sich die Genossen auch von  Straßentheaterständen. Die Partei will frischer und frecher auftreten. “Eine Linke, die zum Lachen in den Keller geht, ist so attraktiv wie trockenes Knäckebrot”, sagte Wenke Büdgram.

Auf dem Parteitag in Neubrandenburg werden Delegierten heute und morgen auch über die künftigen Schwerpunkte und Strategien der Linken diskutieren. So liegt auch auch ein Leitantrag des alten Vorstandes vor, der auf die Kommunalwahl 2019 einstimmt.

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