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P+S Werft Stralsund : Neues Angebot: Edelsteine für die Volkswerft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Störfeuer oder solides Angebot? Ein Interessent aus Lettland hat kurz vor Verhandlungsende mit Nordic Yards ein Angebot für die P+S-Werft vorgelegt. Doch es fehlt ein Finanzierungsnachweis. Nordic sieht die vor dem Abschluss stehenden Verhandlungen dadurch nicht gefährdet.

Kurz vor Abschluss der Verhandlungen über den Verkauf der P+S-Werft an Nordic Yards ist ein neuer Interessent aus Lettland für den insolventen Schiffbaubetrieb in Stralsund bekannt geworden. Der Interessent habe ein Angebot vorgelegt, aber keinen Finanzierungsnachweis erbracht, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung gestern. Nach Angaben des NDR will der Bieter 12,5 Millionen Euro zahlen und bis Ende des Jahres 260 Arbeitsplätze garantieren – mehr als Nordic Yards. Unterdessen laufen die Vertragsverhandlungen mit Nordic weiter. Eine Unterzeichnung des Vertrages wird noch im Mai erwartet. „Es gibt keinen Anlass zur Befürchtung, dass die Verhandlungen gefährdet sein könnten“, sagte Nordic-Sprecher Stefan Sprunk. Die Verhandlungen seien „sehr weit fortgeschritten“, die Gespräche mit der Insolvenzverwaltung sehr kooperativ.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) äußerte sich kritisch. Angebote in letzter Minute würden toll klingen, nötig seien aber ernsthafte Offerten. Auch das Wirtschaftsministerium reagierte zurückhaltend. „Nicht jeder Interessent hat ein tragfähiges Konzept mit Finanzierungsnachweisen“, sagte ein Sprecher. Im April hatte sich die Landesregierung für einen Verkauf der Werft an Nordic ausgesprochen. „Wir sind an belastbaren Fakten interessiert, und daran hat sich nichts geändert“, sagte der Sprecher.

Wie zu vernehmen war, wird das im April abgegebene Angebot der Letten als nicht belastbar eingestuft, obwohl bis 2016/17 rund 1000 Arbeitsplätze in Aussicht gestellt werden und angeblich Absichtserklärungen für den Bau von 23 Fischtrawlern vorliegen. Der Interessent will demnach die Finanzierung für den Werftenkauf aus der Beleihung von Edelsteinen (13,5 Kilogramm Rubine) sichern – soll aber selbst dieses ungewöhnliche Finanzierungsmodell bislang nicht nachgewiesen haben.

Linksfraktionschef Helmut Holter forderte die Landesregierung auf, den Landtag über den aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen zu informieren. Er beantragte eine Sondersitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses.

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