Schwerin : Neuer Zehngeschosser erregt Gemüter

 33 Meter ragt der Zehngeschosser  in die Höhe Grafik: imeg
33 Meter ragt der Zehngeschosser in die Höhe Grafik: imeg

von
22. März 2014, 15:55 Uhr

Am einen Ende der Stadt werden die Hochhäuser abgerissen, am anderen Ende neue gebaut? In der Landeshauptstadt erregt ein geplantes Hochhaus in der Innenstadt die Gemüter. Allein 140 Schweriner kamen zur öffentlichen Debatte über das zehnstöckige Gebäude, das an einem der innerstädtischen Seen entstehen soll. Die Bürger sind aufgebracht, Architekten loben die Idee in höchsten Tönen.

Im ganzen Land müssten Kommunalpolitiker und Stadtplaner die Bürger noch besser „mitnehmen und überzeugen“, wenn sie markante Gebäude oder gar neue Stadtteile planen, wirbt der Präsident der Architektenkammer MV, Joachim Brenncke. Stralsund, Wismar und Rostock seien auf dem richtigen Weg, da die Kommunalpolitiker in sogenannten Gestaltungsbeiräten Experten zu Wort kommen lassen, bevor wichtige Bebauungspläne festgezurrt werden. Schwerin will ein ähnliches Gremium schaffen.

Das auf einem weit sichtbaren Gelände geplante Hochhaus in Schwerin ist der Abschluss der gesamten Bebauung, die in den vergangenen Jahren Stück für Stück am Seeufer auf entstanden ist, wo vor zehn Jahren noch die Ruinen alter Gewerbebaracken standen. Aus heutiger Sicht, so Brenncke, wäre es besser gewesen, über das komplette Aussehen dieses kleinen neuen Stadtteils zu diskutieren, bevor mit den ersten Häusern begonnen wurde.

Nicht der Stil, sondern vor allem die Höhe des Gebäudes machte den zahlreichen Kritikern zu schaffen. Ein Hotelbesitzer sagte, der Blick ins Grüne sei den Gästen Schwerins sehr wichtig, sie wollten nicht auf ein Hochhaus schauen. Ein anderer Skeptiker argumentierte, auch den Wassertouristen würde der Blick auf die Silhouette Schwerins durch das Hochhaus verstellt. Das Hochhaus störe die optischen Achsen und passe vom Charakter her nicht in diese Stadt, sagte ein weiterer Skeptiker.

Architekt Henryk Stutz und Andreas Thiele vom Amt für Stadtentwicklung werben für das Hochhaus. Die Bebauung am Ziegelinnensee müsse mit einer „Landmarke“ abgeschlossen werden, um den Übergang „vom Stadtraum zum Naturraum“ zu markieren. Das sei am besten durch ein Haus möglich, was höher sei als die benachbarten. Die Gebäudereihe auf einer Höhe zu belassen, das wäre „zu gleichförmig“ und „wenig spannungsvoll“, so Thiel.

An die eigene Zunft appellierte Brenncke, ,„eine Sprache zu sprechen, die die Leute verstehen“. Denn „wir bauen für die Gesellschaft“.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen