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20 Hektar Ersatzaufforstung : Neuer Wald wächst, bevor A 14 fertig ist

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Noch hat Väterchen Frost das Zepter nicht übernommen, deshalb können Förster und Waldarbeiter junge Bäume in die Erde bringen.

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 11:45 Uhr

Noch hat Väterchen Frost das Zepter nicht übernommen, deshalb können Förster und Waldarbeiter junge Bäume in die Erde bringen. Und rechtzeitig vor dem Winter ist gerade eine etwa 20 Hektar große Fläche zwischen Warlow und Weselsdorf mit Erle, Eiche und vereinzelt auch Lärche bestückt worden. Im Auftrag des Forstamtes Ludwigslust haben Fachfirmen diese Aufforstung auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen vorgenommen. Das besondere an diesem Projekt: Es gehört zu dem Ausgleichsmaßnahmen für den Weiterbau der Autobahn 14 zwischen der A 24 bei Fahrbinde bis zur Landesgrenzen zu Brandenburg.

Vor gut einem Jahr ist hier die Trasse für die A 14 freigeschlagen worden. 202 Hektar Wald mussten weichen. Und mehr noch: Die neue Autobahn zerschneidet eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Westmecklenburg. Um so mehr wurde darauf geachtet, dass für solch einen massiven Eingriff in die Natur ein Ausgleich geschaffen wird. Und das möglichst in der betroffenen Region. Auf insgesamt 540 Hektar soll neuer Wald angepflanzt werden. Auf weiteren 231 Hektar wird der Wald „umgebaut“.

Die 20 Hektar neuer Wald bei Warlow gehören zu diesen Ausgleichsmaßnahmen. „Mit den Ersatzaufforstungen sind wir schon gut vorangekommen“, berichtet Holger Voß. Er leitet das Forstamt Ludwigslust mit Sitz in Kremmin. „Aber noch längst ist nicht alles geschafft.“ Allein im Ludwigsluster Bereich werden 220 Hektar Land zu neuem Wald. Im Forstamt Friedrichsmoor sind es knapp 71 Hektar, im Forstamt Jasnitz beträgt die Fläche 84 Hektar und das Forstamt Wredenhagen ist mit 12,43 Hektar dabei.

Das Anlegen neuer Waldabschnitte ist aber nur ein Teil des Ausgleichs. Die Förster sollen zudem bestehende Wälder attraktiver machen und die Artenvielfalt gewährleisten. Deshalb werden Waldwiesen und Erlenwälder wieder vernässt. Und damit wieder mehr Pflanzen- und Tierarten in den heimischen Wäldern zu finden sind, werden gerade an den Waldrändern Laubbäume und Sträucher gepflanzt. Solch ein bunter Waldrand ist auch nicht so anfällig gegen Windschäden, schützt die Kulturen dahinter. Und das Thema Artenschutz ist damit noch nicht abgehandelt: Die Ludwigsluster Forstamtsmitarbeiter stellen 90 Nisthilfen für Fledermäuse und 40 Nisthilfen für Vögel auf.

Bis alle Ausgleichsprojekte verwirklicht sind, werden noch Jahre vergehen. Wichtig ist allen Beteiligten aber, dass schon jetzt damit begonnen wird – lange bevor das erste Auto über die neue A 14 gen Magdeburg rollen kann. Allein auf Mecklenburger Gebiet kosten die Ausgleichsprojekte für den A -14-Bau mehrere Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Gesamttopf. Insgesamt sollen zwischen Schwerin und Magdeburg noch 155 Kilometer Autobahn gebaut werden, um die Lücke in der A 14 zu schließen. Die Gesamtkosten werden auf 1,25 Milliarden Euro geschätzt. Komplett fertig sein soll die A 14 frühestens im Jahr 2020. In Mecklenburg-Vorpommern läuft der Bau. Weiter südlich sieht es nicht überall so aus. In Sachsen-Anhalt gibt es mehrere Klagen gegen die geplante Streckenführung.

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