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Virus H5N8 : Neuer Vogelgrippe-Fall in Mecklenburg-Vorpommern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Puten, eine Wildente, Störche und jetzt ein Huhn: In Mecklenburg-Vorpommern ist erneut das Virus H5N8 entdeckt worden

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen weiteren Vogelgrippe-Fall mit dem hochansteckenden Erreger H5N8. „Das Virus wurde bei einem toten Huhn in einem Tiergehege im Anklamer Stadtpark nachgewiesen“, erklärte gestern der Amtstierarzt des Kreises Vorpommern-Greifswald, Holger Vogel.

Am Vormittag wurden alle Enten, Hühner und Gänse des Geflügelbestandes mit 50 Tieren getötet. „Als Ursache vermuten wir eine Übertragung durch Wildvögel“, sagte Vogel. Auch das Agrarministerium hält dies für wahrscheinlich. Die Tiere gehörten zum Heimattiergarten im Stadtpark.

Der Fall hat Auswirkungen auf ganz Mecklenburg-Vorpommern. So müssen Geflügelhalter ihre Tiere in sogenannten Risikogebieten weiter in den Ställen lassen. Nach dem erneuten Auftreten des H5N8-Erregers könne das derzeit geltende Aufstallgebot noch nicht wieder aufgehoben werden, teilte Agrarminister Till Backhaus (SPD) mit. Als Risikogebiete gelten Regionen, in denen besonders viele Zugvögel rasten. Experten gehen davon aus, dass Wildvögel die Krankheit übertragen.

Das tote Huhn war nach Vogels Angaben bereits am Freitag gefunden worden. Am Dienstagabend habe dann festgestanden, dass es sich um Vogelgrippe handelt. Vier Hühner des Bestands waren gestorben – die Untersuchungsergebnisse der anderen Tiere standen laut Ministerium aber zunächst noch aus. In einem Sperrgebiet mit einem Radius von drei Kilometern werde Geflügel nun untersucht, erklärte Amtstierarzt Vogel. Nach Darstellung des Ministeriums sind in dem Drei-Kilometer-Radius 159 Haltungen mit rund 3200 Tieren registriert.

Seit November 2014 ist es der vierte Vogelgrippe-Fall im Nordosten.  Zuerst war in Heinrichswalde (Kreis Vorpommern-Greifswald) ein Betrieb mit mehr als 30 000 Mastputen betroffen. Der Betreiber hat wegen der vorgeschriebenen langen Fristen nach den Desinfektionen bis heute keine neuen Tiere eingestallt. Zwei Wochen später wurde auf der Insel Ummanz bei Rügen das Virus H5N8 erstmals in Europa bei einem für Untersuchungszwecke abgeschossenen Wildvogel – einer Krickente – nachgewiesen. Anfang Januar trat die Vogelgrippe bei Störchen, Enten und Gänsen im Rostocker Zoo auf. Der Zoo blieb zeitweise geschlossen.

Minister Backhaus appellierte erneut an Tierhalter, Wildvögeln keinen Zugang zu Futter und Einstreu zu gewähren. Zudem sollten eigene Tiere nicht mit Wasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben.

 

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