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Mecklenburg-Vorpommern

14. Dezember 2017 | 17:51 Uhr

Neuer Straßenbahn-Chef am Steuer

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2012 | 06:21 Uhr

Rostock | Er sucht die neue Herausforderung: Michael Schroeder hat sich gegen etwa 40 Konkurrenten durchgesetzt und ist seit dem 1. Januar neuer technischer Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG). Der 50-Jährige folgt auf Wilfried Eisenberg, der zum Jahreswechsel nach Bremen abgewandert ist. Noch befindet er sich in der Einarbeitungsphase, hat aber schon erste Themen ausgemacht, die er anpacken will: "Dazu gehören sicherlich Infrastruktur, Fahrzeugbeschaffung, Umweltmanagement und Elektromobilität", so Schroeder.

Allerdings habe sich das Unternehmen unter seinem Vorgänger und unter dem kaufmännischen Vorstand Jochen Bruhn schon in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. So seien etwa seit August fünf neue Hybridbusse auf Rostocks Straßen unterwegs, für Mitte 2013 sind zudem 13 neue Straßenbahnen bestellt und das Fahrleitungssystem wird laufend erneuert. "Hier wurde schon viel auf den Weg gebracht", sagt Schroeder. Eines seiner Ziele sei denn auch, die bereits begonnenen Projekte voranzubringen, beispielsweise die Fertigstellung des Nordkreuzes in Warnemünde.

Anbindung des Stadthafens prüfen

Kurzfristig aber werden weder die Kunden noch die Mitarbeiter große Veränderungen spüren. Eine Ausweitung des Straßenbahnnetzes planen Schroeder und sein Kollege Bruhn vorerst nicht. "Wir wollen keine Flops", sagt Bruhn. Der Anschluss Warnemündes beispielsweise sei schon früher als zu teuer abgelehnt worden. Bis März hingegen soll eine mögliche Verbindung in den Stadthafen geprüft werden. Viertel wie Schmarl oder Groß Klein aber würden in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht an das Straßenbahnnetz angeschlossen werden, so Bruhn.

Das heiße aber nicht, dass die Bus- und Bahnverbindungen in diesen Stadtteilen nicht verbessert werden könnten. Insbesondere in Groß Klein sieht er Handlungsbedarf. Bevor die RSAG aktiv wird, will der Vorstand aber belastbare Zahlen. Dazu plant das Unternehmen, in diesem Jahr umfangreiche Marktforschung zu betreiben: "Wo wohnt der Bürger, wo will er hin und wie will er das?", nennt Bruhn die Fragestellung. Auch für Schroeder spielt die Stadtentwicklung eine zentrale Rolle bei den Planungen. "Die Bevölkerungsentwicklung hat natürlich Auswirkungen auf unser Angebot", sagt er.

Die Forschungsergebnisse sollen am Jahresende gemeinsam mit den Daten aus den Passagierbefragungen im gesamten Verkehrsverbund Warnow ausgewertet werden. Auf ihrer Grundlage wird dann die strategische Ausrichtung bis 2020 erarbeitet. Denn: "Auch zukünftig wollen wir eine verlässliche, kundenorientierte Mobilität in hoher Qualität gewährleisten", sagt Schroeder.

Mitarbeiter-Motivation fördern

Dazu setzt er auch auf eine enge Zusammenarbeit mit den Unternehmenspartnern, den städtischen Ämtern, der Bürgerschaft, dem Umweltsenator oder auch den Umweltverbänden. Noch wichtiger seien allerdings motivierte Mitarbeiter. An deren Gehältern wird sich bis mindestens 2015 nichts ändern, bis dahin ist der Spartentarifvertrag noch gültig.

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