Neuer Linken-Chef in Rostock

<strong>Bundes-, Landes- und Kreisspitze vereint:</strong> Bernd Riexinger (v. r.), Steffen Bockhahn und Wolfgang Methling. Foto: tohi
Bundes-, Landes- und Kreisspitze vereint: Bernd Riexinger (v. r.), Steffen Bockhahn und Wolfgang Methling. Foto: tohi

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31. Juli 2012, 06:44 Uhr

Rostock | Ausgeglichene Löhne und Renten in Ost und West, bezahlbare Wohnungen und Ausweitung kommunaler Unternehmen - dafür will sich Bernd Riexinger, neuer Bundesvorsitzender der Linken, einsetzen. Das sagte er gestern während seines Antrittsbesuchs in Rostock. Der 56-jährige Baden-Württemberger war vor rund zwei Monaten in Göttingen gemeinsam mit der Sächsin Katja Kipping an die Parteispitze gewählt worden.

Ziel seines Besuchs in der Hansestadt war es, sich einen Überblick über den Wirtschaftsstandort zu verschaffen und sich den Rostockern vorzustellen. Begleitet wurde er von lokalen Parteikollegen wie dem Landesvorsitzenden Steffen Bockhahn und dem Kreisvorsitzenden Wolfgang Methling. "Ich habe das Gefühl, dass hier einiges passiert", so Riexinger auf einer Hafentour am Morgen. In den vergangenen Jahren seien viel Industrie und Arbeitsplätze angesiedelt worden. Nichtsdestotrotz könne es nicht sein, dass das Lohnniveau auch mehr als 20 Jahre nach der Wende noch immer bei nur 72 Prozent des Bundesdurchschnitts liege. Und das bei verhältnismäßig hohen Mieten in der zweitteuersten Stadt Ostdeutschlands. "Wir haben einen absolut überhitzten Wohnungsmarkt", sagt Bockhahn. Der Leerstand in Innenstadtlage betrage weniger als zwei Prozent. Umso wichtiger sei es daher, über das kommunale Wohnungsunternehmen Wiro Entlastung zu schaffen. Rekommunalisierung privatisierter Unternehmen sei generell ein wichtiger Baustein linker Politik. Erfolgreiches Beispiel dafür sei die Stadtentsorgung Rostock, der Riexinger gestern ebenfalls einen Besuch abstattete.

"Mich interessiert, wie die Menschen hier leben", sagt der Bundesvorsitzende. Unter anderem brachte er das im Pflegeheim Rolf Grund in Warnemünde in Erfahrung. Am Abend stellte er sich den Fragen der Rostocker in der Stadthalle. "Wir brauchen Beteiligung an sozialen Bewegungen und an Gewerkschaften", so Riexinger. Es sei wichtig, auch als Politiker mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Das funktioniere insbesondere in der MV-Linken hervorragend. "Da können alle von lernen", sagt Riexinger, der als Verdi-Geschäftsführer von Stuttgart auch eigene Erfahrungen in der Kommunalpolitik gesammelt hat. Nach den ständigen Personaldiskussionen innerhalb seiner Partei will er nun wieder zurück zu den politischen Themen. Und auch seine ersten Gespräche mit den Landesvertretern seien alle außerordentlich konstruktiv verlaufen. Das stimme hoffnungsfroh, so Riexinger.

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