zur Navigation springen

Neuer Kurs in MV: Werften setzen auf Spezialschiffe

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jan.2012 | 07:56 Uhr

Rostock/Wismar | Mecklenburg-Vorpommerns Werften wollen angesichts anhaltender Überkapazitäten im weltweiten Schiffbau in diesem Jahr konsequent auf neue Spezialschiffe setzen. Schon 2011 habe sich die Auftragslage verbessert, sagte Björn Swinarski, Fachbereichsleiter Maritime Wirtschaft der Industrie- und Handelskammer Rostock. Mit repräsentativen Neubauvorhaben wie Fähren, Flusskreuzlinern oder Offshore-Konverter-Plattformen sendeten die Werften wichtige Signale für die Wettbewerbsfähigkeit des maritimen Standortes aus. Der Überblick.

P+S-Werften: In Stralsund und Wolgast sehen sie den aktuellen Auftrag der Reederei Scandlines als Teil ihrer Neuausrichtung zum Spezialschiffbauer, wie eine Sprecherin sagte. Ende März solle die erste der beiden Scandlines-Fähren in Dienst gestellt werden, im Mai die zweite. Daneben baut die Gruppe zwei Spezialtransportschiffe für die dänische Reederei DFDS, zwei Offshore-Installationsschiffe, ein Schwerlastschiff und fünf eisgängige Spezialfrachter für die grönländische Reederei Royal Arctic Line sowie vier Küstenwachschiffe für Schweden. Im Auftragsbuch der P+S-Werftengruppe mit knapp 2000 Beschäftigten stünden Schiffe mit einem Auftragsvolumen von über einer Milliarde Euro, so die Sprecherin.

Neptun: Im Aufwind sieht sich auch diese Werft mit 380 Beschäftigten. Das Auftragsbuch beinhaltet zwei Flusskreuzfahrtschiffe für den Reiseanbieter A-Rosa. Die Neubauten sollen im März 2012 und 2013 an die Reederei in Rostock geliefert werden, wie eine Sprecherin mitteilte. Außerdem seien acht Flusskreuzfahrtschiffe für Viking River Cruises und ein Forschungsschiff bei Neptun geordert.

Nordic-Werften: In Wismar und Warnemünde haben sie sich 2011 offenbar vom Containerschiffbau verabschiedet, nachdem Ende September der arktische Spezialtanker "Nordic AT 19" an das russische Bergbauunternehmen Norilsk Nickel übergeben worden war. Auf den ehemaligen Wadan-Werften wird derzeit nur noch an zwei Umspann-Plattformen gearbeitet. Von einst 2400 Arbeitsplätzen sind nach IHK-Angaben an beiden Standorten zusammen noch gut 800 Arbeitsplätze geblieben. Vom Unternehmen war keine Stellungnahme zur Auftragslage zu bekommen.

Beispiel für Technik aus MV: Im Rostocker Hafen sind am Samstag die ersten Elemente eines 1500 Tonnen schweren Krans verschifft worden. Er soll im polnischen Gdynia auf ein Spezialschiff montiert werden. "Mit dem neuartigen Errichterschiff verkürzen sich zukünftig die Montage- und Wartungszeiten in Offshore-Windparks", sagte eine Sprecherin der Firma Liebherr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen