Neuer Eingang fürs Logenhaus

<strong>Mitarbeiter der</strong> Firma Höpcke Naturstein GmbH kurz vor der Fertigstellung der neuen Treppe des Freizeitzentrums  in der vergangenen Woche. Foto: Doris Ritzka
Mitarbeiter der Firma Höpcke Naturstein GmbH kurz vor der Fertigstellung der neuen Treppe des Freizeitzentrums in der vergangenen Woche. Foto: Doris Ritzka

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18. Juli 2012, 09:48 Uhr

Perleberg | In das Freizeitzentrum "Effi" gelangt man jetzt wieder über den offiziellen Eingang. Die Freitreppe ist saniert. "Die so genannten acht Blockstufen aus Granit mussten abgenommen werden, die Treppe war komplett marode", erläutert Klaus-Dieter Gerloff, zuständiger Mitarbeiter im Bauamt der Stadtverwaltung. Wie sich herausstellte, waren die Wangen der Treppe, wie die Seitenbegrenzungen fachmännisch heißen, aus nicht frostbeständigen Materialien. Wasser drang in die Risse ein und zersetzte systematisch die Bausubstanz. Doch nicht nur die Treppenwangen waren von Rissen gezeichnet, sondern auch der tragende Unterbau. Im Klartext: Nach der statischen Prüfung blieb nur, die alte Treppe musste durch eine neue ersetzt werden, erläutert Bauamtsleiter Hagen Boddin.

Wie diese auszusehen hat, dazu erarbeitete die Stadt vier Gestaltungsvorschläge. Und jene mussten dann zum einen vom Eigentümer des Anwesens, der Perleberger Loge "Zur Perle am Berge", und zum anderen mit der Denkmalpflege abgestimmt werden, so Boddin. Das brauchte so seine Zeit.

Das Perleberger Logenhaus ist schon etwas Besonderes und wird seit 1998 auch als Einzeldenkmal geführt, bestätigt Ortrud Effenberger, Sachbereichsleiterin Denkmalschutz des Landkreises. "Es bildet durch seine Vielgliedrigkeit und detailfreudige Gestaltung einen wichtigen Blickfang am Übergang von der historischen Altstadt zur Vorstadt", verdeutlicht Effenberger.

Errichtet wurde das Gebäude 1909 nach einem Entwurf des Perlebergers Max Viereck. Jener spielte durchaus eine bedeutende Rolle im öffentlichen Leben der Stadt, war Abgeordneter, stellvertretender Bürgermeister und Mitbegründer des Perleberger Museums. Heute ist das Logenhaus "Zur Perle am Berge" eines der wenigen im Land Brandenburg noch erhaltenen Logenhäuser.

Mit der Schließung der Perleberger Loge 1935 fungierte das Gebäude als Offizierskasino. Im Juli 1947 wurde es dann dem Finanzamt der Stadt überlassen und hier ein städtischer Kindergarten eingerichtet. 1950 wurde es "Haus der Deutsch-sowjetischen Freundschaft" und später Jugendklubhaus, in dem unter anderem am Wochenende Tanzveranstaltungen stattfanden. 1991 wurde es dann Vereinshaus, und die Stadt übernahm es von der Loge zur Nutzung. Im Dezember 1997 zog das Freizeitzentrum "Effi" aus der Lindenstraße in das Haus an der Stepenitz, wie Sylvia Pieper, Leiterin des Stadtarchivs, in Erfahrung brachte.

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