zur Navigation springen

Sassnitz/Kap Arkona : Neuer Abbruch an Rügens Küste

vom

An Rügens Steilküste ist es erneut zu einem Abbruch von Kreide gekommen. Erst am Montag waren am Kap Arkona mehrere Tausend Kubikmeter Kreide aus der Steilküste gebrochen. Dabei wurde ein Mädchen verschüttet.

svz.de von
erstellt am 01.Jan.2012 | 06:19 Uhr

Sassnitz/Kap Arkona | Innerhalb weniger Tage ist es an Rügens Steilküste abermals zu einem Abbruch von Kreide gekommen. Dieses Mal war der Bereich der Wissower Klinken betroffen, wo am Samstag um 14.16 Uhr "eine größere Fläche abbrach", wie ein Polizeisprecher gestern sagte. Erst am Montag waren am Kap Arkona mehrere Tausend Kubikmeter Kreide aus der 38 Meter hohen Steilküste gebrochen. Dabei wurde ein aus der Prignitz stammendes Mädchen verschüttet.

Nach dem neuerlichen Abbruch war am Sonntag noch unklar, welche Menge genau auf den Strand gestürzt ist. Sobald sich die schlechte Wetterlage beruhigt hat, rechnet die Polizei mit weiteren Erkenntnissen. "Wir gehen definitiv davon aus, dass Personen nicht betroffen sind." Vorerst wollte der Landkreis die Wanderwege oben ein Stück von der Steilküste wegnehmen. Unten am Strand sei das Spazierengehen auf eigene Gefahr möglich, sagte der Sprecher. An den Wissower Klinken unmittelbar neben dem Königsstuhl im Nationalpark Jasmund brechen seit Jahren immer wieder zig Kubikmeter Kreide ab und stürzen auf den darunter liegenden Strand. Im Februar 2005 etwa lösten sich große Teile von der Steilküste. 50 000 Kubikmeter Kreide fielen damals in Brocken auf den Strand.

Vater dankt den Einsatzkräften

Die Suche nach dem verschütteten Kind auf Rügen ruht unterdessen wegen Regens und anhaltenden Hochwassers an der Küste weiter. Der Wasserstand der Ostsee sei am Kap Arkona noch 40 Zentimeter höher als normal, sagte gestern Einsatzleiter Daniel Hartlieb. Dies und der Regen machten den Einsatz von Suchkräften am Fuß der abgerutschten Steilküste zu gefährlich. Die Suche nach der zehnjährigen Katharina war in der Nacht zum Freitag abgebrochen worden. Da betrug der Wasserstand 70 Zentimeter über Normal. Für das Mädchen gibt es keine Hoffnung mehr auf ein Überleben. Ihre Mutter und ihre ältere Schwester wurden bei dem Unglück verletzt. Sie werden noch im Universitätsklinikum Greifswald behandelt. Die Mutter wurde schwerer, die Schwester leichter verletzt.

Am Silvesterabend kamen rund 90 Menschen in die Kapelle des Fischerdorfes Vitt und zündeten Kerzen für die Vermisste an. Auch die Fürbitte galt der Familie und den Helfern. Das Höhenfeuerwerk, das sonst Tausende Besucher an die Nordspitze Rügens lockt, war wegen des Unglücks abgesagt worden.

Katharinas Vater dankte laut Medienberichten den Einsatzkräften und für das Mitgefühl der Menschen. Trotz des Leides, das seine Familie ertragen müsse, sei es ein Trost zu sehen, wie viele Anteil an ihrem Schicksal nähmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen