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Parteien in MV : Neueintritte trotz Wahlschlappe

vom
Aus der Onlineredaktion

Parteien im Nordosten verzeichnen mehr Mitglieder

Rund einen Monat nach der Bundestagswahl verzeichnen die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern eigenen Angaben zufolge leichte Mitgliederzuwächse. Die meisten Neumitglieder melden dabei die Landesverbände von SPD und Linken. Den mit Abstand größten Landesverband im Nordosten hat aber weiterhin die CDU. Rund 5200 Menschen sind demnach Mitglied.

Die Linke ist gemessen an ihrer Mitgliederzahl noch immer die zweitgrößte Partei im Nordosten - auch wenn sich dies in den Wahlergebnissen weder auf Landes- noch auf Bundesebene so widerspiegelt. Rund 3750 Menschen sind nach Angaben von Landesverbandssprecher Kevin Kulke derzeit Parteimitglied. Seit der Bundestagswahl am 23. September habe es mehr als 25 Eintritte gegeben, allerdings auch Austritte, Wegzüge und Sterbefälle. Kulke zufolge ergibt sich immerhin noch ein Plus von 17 neuen Mitstreitern.

Etwas mehr Interesse weckt da nach eigenen Angaben die SPD, bei der es „zwei bis drei Dutzend Neueintritte“ gegeben habe. Somit zählt der Verband nun rund 2950 Genossen im Nordosten, sagte ein Sprecher. Auch die FDP kann offenbar vom Einzug in den Bundestag und der Möglichkeit, Teil der neuen Regierung zu werden, profitieren. Aufnahmeanträge von 41 Interessenten würden derzeit in den Kreisverbänden bearbeitet, sagte FDP-Landesgeschäftsführerin Doreen Siegemund. Gut 700 Mitglieder zählen die Liberalen den Angaben zufolge.

Bei den Grünen, der womöglich dritten Regierungspartei, herrscht dagegen offenbar Zurückhaltung. Es gebe zwar einige Neueintritte, Landesgeschäftsführer Ole Krüger rechnet aber damit, dass die meisten potenziell Interessierten zunächst den angestrebten Koalitionsvertrag zwischen CDU, FDP und Grünen abwarten würden. Die Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen für eine Jamaika-Koalition hatten am Freitag begonnen und werden wahrscheinlich mehrere Wochen dauern. Die Nordost-Grünen melden aktuell 655 Mitglieder.

Den kleinsten Landesverband der in Bundestag oder Landesparlament vertretenen Parteien hat demnach die AfD. Gleichzeitig dürfte es der derzeit krisengeschüttelste sein. Zahlreiche teilweise prominente Mitglieder haben die Partei seit der Bundestagswahl verlassen, darunter allein vier Landtagsabgeordnete und der ehemalige Co-Vorsitzende Bernhard Wildt. Sie alle erhoben schwere Vorwürfe, die Partei grenze sich nicht genügend nach rechts ab und es herrsche ein feindseliges Klima gegen alle, die einen gemäßigteren politischen Kurs verfolgen würden. Dennoch halte sich die Gesamtzahl der Mitglieder mit 630 die Waage, sagte ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle in Neubrandenburg.

Hannes Stepputat

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