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Parteitag in Rostock : Neue Wahl, neues Glück?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

FDP in MV wählt einen neuen Landesvorstand – und will zurück aufs politische Parkett

Nach einer Reihe empfindlicher Wahlschlappen will die FDP Mecklenburg-Vorpommerns wieder an Wählerstimmen und politischem Gewicht zulegen. Auf einem zweitägigen Parteitag an diesem Wochenende in Rostock sollen dafür die personellen Weichen gestellt werden. Am Samstag entscheiden rund 100 Delegierte über die Kandidatenliste zur Bundestagswahl im September. Unmittelbar nach der Listenaufstellung wird der Landesvorstand neu gewählt. Landesparteichef Renè Domke kandidiert erneut. Obwohl seine Partei seit dem bitteren Ausscheiden aus dem Landtag 2011 bei keiner Wahl im Nordosten mehr über die Fünf-Prozent-Hürde kam, gibt sich der 45-Jährige zuversichtlich. „Die Landtagswahlen im Mai in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen werden uns den nötigen Schwung für die Bundestagswahl im Herbst geben“, sagt Domke. In seiner bislang gut vierjährigen Amtszeit hat er nur Niederlagen erlebt.

Den Wahlkampf im Nordosten soll der bisherige Schatzmeister der Partei, Hagen Reinhold, anführen. Der 39-jährige Bauunternehmer aus Barth (Kreis Vorpommern-Greifswald) will Spitzenkandidat werden. 2013 war er als Nachrücker für wenige Monate der letzte Bundestagsabgeordnete der Nordost-FDP. Noch unklar ist, ob er sich auf dem Parteitag in Rostock einer Kampfkandidatur stellen muss.Als möglicher Herausforderer gilt Patrick Meinhardt. Der frühere Generalsekretär der FDP Baden-Württemberg lebt den Angaben zufolge inzwischen in Binz auf Rügen und gehört seit 2016 dem Landesverband im Nordosten an. „Spätestens für Listenplatz zwei“ wolle er sich bewerben, berichtet Domke. Das lässt Raum für Spekulationen um den ambitionierten Neuzugang - zumal bei einem Einzug der FDP in den Bundestag kaum mehr als ein Mandat für die Liberalen aus Mecklenburg-Vorpommern drin sein dürfte. Die Wiederwahl Domkes an die Spitze der noch knapp 700 Mitglieder zählenden Landes-FDP gilt als sicher. Mitbewerber hätten sich nicht gemeldet, sagt Domke. Er will den Vorstand reformieren. Statt zwei soll es künftig vier Stellvertreter geben. Damit wollen wir erreichen, dass wir mit mehr Themen in die Öffentlichkeit treten und auch unsere Präsenz in den Regionen besser wird“, sagt Domke zur Begründung.

Kommentar: Chuzpe

An Selbstbewusstsein und unerschütterlichem Optimismus mangelt es Christian Lindner nicht. Sonst hätte er kaum die Führung der FDP übernommen, als sie vor vier Jahren erstmals aus dem Bundestag geflogen war. Sich schon zum Kanzler-Macher auszurufen, ist jedoch ein bisschen viel der Chuzpe. Zwar liegen die Liberalen in Umfragen für die Bundestagswahl zwischen fünf und sieben Prozent. Aber da der Wahlkampf vor allem ein Zweikampf von Merkel und Schulz werden wird, ist nicht ausgeschlossen, dass die Liberalen unter die Räder kommen und um den Wiedereinzug ins Hohe Haus bangen müssen.

Tobias Schmidt

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