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Mecklenburg-Vorpommern

21. August 2017 | 04:34 Uhr

Pannenhilfe : Neue Vorwürfe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

ADAC soll Kunden mit Mobilitätsgarantie bevorzugt haben

Der ADAC muss sich seit Monaten gegen viele Vorwürfe verteidigen. Nun trifft es die Pannenhilfe. Zwei Mitarbeiter des Autoclubs haben der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt, die „gelben Engel“ ließen eigene Mitglieder im Pannenfall warten – um zunächst Kunden zu versorgen, die über Mobilitätsgarantien von Autoherstellern versichert sind. Der Club weist das zurück. Sebastian Raabe hat Hintergründe zu diesem Fall zusammengetragen.

 

Was bedeutet die Pannenhilfe für den ADAC?

Sie ist ein zentraler Pfeiler, wenn nicht das Herzstück des ADAC. Die inzwischen rund 1700 Pannenhelfer sind das Markenzeichen des zweitgrößten Autoclubs der Welt und haben als „gelbe Engel“ sein Bild geprägt. Ob leere Batterie, kaputte Zündung oder platter Reifen: Viele Fahrer dürften bereits angerufen haben.

 

Wer kann die Pannenhilfe in Anspruch nehmen?

Im Prinzip jeder. Bei einfachen und rasch erledigten Hilfsdiensten müssen auch Fahrer, die nicht im ADAC sind, oft aus Kulanz gar nichts zahlen. Dies können die Straßenwacht-Fahrer eigenverantwortlich entscheiden. Aufwendigere Unterstützung kostet allerdings.

 

Und was sind Mobilitätsgarantien?

Viele Autobauer bieten Neuwagenkäufern Garantiepakete. Ein Teil davon kann eine Mobilitätsgarantie sein, die im Pannenfall greift. Auch hier gibt es Unterschiede: Manche Hersteller wickeln die Dienste selbst ab, andere suchen sich Partner – wie etwa den ADAC. Details zu Verträgen nennt der Club nicht. Auch der kleinere ADAC-Rivale ACE macht über seine Tochter Euro Union Assistance GmbH solche Angebote.

 

Wie lautet der jüngste Vorwurf gegen den ADAC?

Laut „Süddeutscher Zeitung“ geben zwei Mitarbeiter des ADAC an, dass Pannenfälle, die von Garantiekunden der Hersteller kommen, bevorzugt bearbeitet würden. Mitglieder müssten so länger als nötig warten.
Hintergrund sei, dass der ADAC den Herstellern zumindest Bandbreiten für Wartezeiten zugesagt habe – und Strafen riskiere, wenn diese überschritten würden.

 

Müssen Mitglieder tatsächlich länger warten?

Diesen Vorwurf weist der ADAC entschieden zurück. Man unterscheide nicht nach Kundengruppen, jeder Anruf werde der Reihe nach bearbeitet. Ausnahmen gebe es nur in Notfällen oder wenn an besonders heißen oder kalten Tagen kleine Kinder mit im Auto sitzen würden. Sonst gebe es keine Sonderbehandlung. Hier steht also Aussage gegen Aussage: Ob tatsächlich Mitglieder benachteiligt wurden, lässt sich schwerlich prüfen.

 

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erstellt am 24.Apr.2014 | 08:00 Uhr

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