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Wandel im Obstbau MV : Neue Technik statt Mindestlohn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitskräfte werden teuer, selbst Erntehelfer auf Obstplantagen. Die Betriebe müssen sich daher etwas einfallen lassen. Der Hauptweg ist der Einsatz von mehr Technik.

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Im Obstanbau hält immer mehr Technik Einzug. „Die Betriebe müssen auf steigende Lohnkosten reagieren“, sagte der Obstbauberater Rolf Hornig von der LMS Agrarberatung GmbH in Schwerin. Ab 2018 müsse auch in der Landwirtschaft und im Gartenbau

der gesetzliche Mindestlohn gezahlt werden. Der Obstbautag am Dienstag in Güstrow soll Praktikern Möglichkeiten zu Einsparung von Arbeitskräften sowie zur Arbeitserleichterung nahebringen. Vertreter von 25 bis 30 Anbaubetrieben in Mecklenburg-Vorpommern werden erwartet.

Billige Erntehelfer wie Studenten gebe es kaum noch, sagte Hornig.

Die Mitarbeiter seien älter geworden: „Da fällt das Kistenschleppen schwerer“, meinte er. Daher sollen Ernte-Maschinen für Äpfel vorgestellt werden, aber auch chemische Mittel zur Fruchtausdünnung bei Äpfeln und zur Wuchsregulation bei Erdbeeren. Um gleichmäßig große Äpfel zu erhalten, müssen in einer bestimmten Phase Fruchtansätze entfernt werden, erläuterte Hornig. Das werde von Hand gemacht und sei sehr aufwendig. In diesem Jahr sei erstmals ein Mittel zugelassen, das die Bäume für kurze Zeit zum Abwerfen überzähliger Früchte bringt. Auf den Erdbeerfeldern könne ein Mittel eingesetzt werden, das das Rankenwachstum bei Erdbeeren unterdrückt, die sonst manuell abgeschnitten werden müssen.

Viele Menschen hätten Bedenken gegen noch mehr Chemie, räumte Hornig ein. Aber für die Betriebe wären die Mittel eine große Erleichterung.

Sie könnten die höheren Lohnkosten nicht auf ihre Produkte umlegen.

Außerdem soll es auf dem Obstbautag um IT-Lösungen für die optimale Ernteorganisation gehen, etwa um die Verwaltung der Saisonarbeitskräfte und die Erfassung der Erntemengen, sowie um die Schädlingsbekämpfung. So bereiten sich die Betriebe auf die aus dem Süden kommende Kirschessigfliege vor, die Weichobst wie Kirschen, Himbeeren, Brombeeren und Holunder befällt. „Wir sind bisher glimpflich davongekommen“, sagte Hornig. In anderen Bundesländern gefährde die Fliege bereits den Beerenobstanbau. Ein möglicher Schutz seien hohe, engmaschige Netze um die Plantagen.

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