800 Fundsachen versteigert : Neue Socken und drei BH für fünf Euro

Auktionator Axel  Dopslaf (r.) lässt sich von Tobias Bruhn bei der Versteigerung der großen Objekte assistieren.
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Auktionator Axel Dopslaf (r.) lässt sich von Tobias Bruhn bei der Versteigerung der großen Objekte assistieren.

Thomas Kott ist zufrieden. 75 Euro hat er für ein hochwertiges Fahrrad „Alu Rex Touring" bezahlt. „Ich muss nur nur noch ein bisschen Luft aufpumpen, dann kann ich damit gleich nach Hause fahren", sagt der Schweriner.

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11. Mai 2012, 11:03 Uhr

Weststadt | Thomas Kott ist zufrieden. 75 Euro hat er für ein hochwertiges Fahrrad "Alu Rex Touring" bezahlt. "Ich muss nur nur noch ein bisschen Luft aufpumpen, dann kann ich damit gleich nach Hause fahren", sagt der Schweriner, während er eine kleine Luftpumpe aus der Satteltasche seines Zweirads zieht. Dann fügt er noch hinzu: "Ich werde dieses Rad ganz sicher nicht irgendwo einfach vergessen."

Kott ist Neuling bei der Fundsachenversteigerung der Stadt, kommt aber problemlos zurecht, genau wie die anderen 300 Interessierten. Denn die Regeln sind einfach, nach denen Auktionator Axel Dopslaf alles Mögliche und Unmögliche unter den Hammer bringt. Er ruft ein Anfangsgebot aus, dann melden sich die Bieter bei hochwertigen Objekten in Fünf-Euro-Schritten und heben ihre Bieterkarte in die Höhe. 30 Euro setzt Dopslaf für ein modernes City-Bike an. Schon ertönen die Gebote: 35, 40, 45. Bei 65 atmet Rüdiger Mierendorf tief durch. Das Zweirad gehört jetzt ihm. Er bezahlt sofort bar- wie alle - und erhält eine amtliche Bestätigung dafür, dass er das Teil bei der Auktion ordnungsgemäß erworben hat. "So kann es im Nachhinein keinen Streit geben, wenn sich der ehemalige Besitzer doch noch melden sollte", erläutert Ramona Klein, Leiterin des städtischen Bürgerbüros.

Gemeinsam mit ihren zehn Mitarbeitern und Azubis hat sie die Fundsachenversteigerung vorbereitet. Ein Kraftakt, müssen doch hunderte Fundstücke sortiert, nummeriert und präsentiert werden. Fahrräder gehören dabei zu den begehrtesten Stücken, insgesamt sind es mehr als 60, die unter den Hammer kommen. Ein modernes City-Bike mit extrem niedriger Stange geht für 60 Euro weg, ein einfaches Model schon für 20. Als Höchstgebot werden 85 Euro für ein Kettler-Rad erreicht.

Die alljährliche Auktion birgt viele Schnäppchen, ist aber zugleich für ihren Unterhaltungswert berühmt. Als Axel Dopslaf "Verpackungsmaterial" für zehn Euro anbietet, ist das Interesse gering. Dann hält er die Teile in die Höhe und die Aufmerksamkeit ist da: Drei nagelneue BH der Größe 85 C befinden sich in der Tüte, dazu ein Paar Socken, auf deren Verpackung noch das Preisschild 8,99 Euro prangt. Das Publikum lacht, doch mehr als fünf Euro bekommt Dopslaf nicht dafür. Viel größer ist das Interesse an einer Dederon-Kittelschüre. "Ist das wirklich Größe 56?", will eine Oma wissen.

Das Höchstgebot des Tages lautet 100 Euro. Für diesen Preis geht eine Trompete der Marke "Harmonic Brass Silvertone" in Originalverpackung mit Zubehör über den Tisch. Neue Besitzer finden der Roman "Im Zeichen der Wikinger" von Clive Cussler, ein Pfandgutschein über 14,62 Euro, der in einer schmuddeligen Tasche gefunden wurde, ein neuwertiges Kosmetik-Paket, ein Gutschein von einem Modehaus, Dutzende Uhren, Schmuck, Werkzeug, Bekleidung, Spielzeug und die unvermeidlichen Regenschirme in allen Varianten. Einen davon, einen pinkfarbenen Kinderschirm, ergatterte die vierjährige Maya - und bekam noch einen Ball gratis dazu.

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