Start der Hochsaison in MV : Neue Saison, alte Probleme

Ebbe im Paddelrevier: In traditionellen Wassersportgebieten in MV droht ein Nutzungsverbot.
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Ebbe im Paddelrevier: In traditionellen Wassersportgebieten in MV droht ein Nutzungsverbot.

Tourismusbranche will Stand des Vorjahres mit 29 Millionen Übernachtungen erreichen

svz.de von
26. Juni 2016, 21:00 Uhr

Mit großen Erwartungen startet die Urlaubsbranche in MV in die Hochsaison. Es gilt, den Stand der Vorsaison mit gut 29 Millionen Übernachtungen wieder zu erreichen. Doch die erfolgsverwöhnte Branche muss darauf achten, nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ein Überblick von Joachim Mangler:

Erreichbarkeit

Für den Tourismusverband ist die bessere Erreichbarkeit eine der wichtigsten Neuerungen in dieser Saison. Dies gelte für die Flieger aus der Schweiz und Österreich, die in Laage landen und das enger werdende Netz der Fernbusse. „Die großen Linien steuern 30 Ziele im Land an“, sagt Verbandssprecher Tobias Woitendorf. Damit werden junge, flexible Leute angesprochen.

Homesharing

Die jungen Leute suchten sich neue Möglichkeiten zur Übernachtung. Das so genannte Homesharing sei ein Indikator dafür, dass der Tourismus im Wandel sei. „Es gibt im internationalen Tourismus den Trend hin zum Eintauchen in die Alltagskultur des Ziellandes und Kontakt zu den Einheimischen“, sagt Woitendorf.

Jugendherbergen

Mit dem Ziel, aus dem Urlaub ein ökologisches Erlebnis zu machen, geht der Jugendherbergsverband in die Hochsaison. Dabei soll eine sogenannte OstseeKiste helfen – eine Art pädagogische Werkstatt. Sie stehen zunächst in den Häusern Prora und Ueckermünde bereit und soll Jugendliche motivieren, sich mit Natur, Umwelt und Kultur auseinanderzusetzen. „Die OstseeKiste soll zur Wertschätzung des Lebensraums Ostsee anregen“, sagte DJH-Vorstand Kai-Michael Stybel.

Wassertourismus

Sorgen gibt es beim Wassertourismus: Denn mit der Umsetzung des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ könnten traditionelle Reviere wie etwa die Peene bald nicht mehr wie gewohnt genutzt werden, sagt der Präsident des Tourismusverbands, Jürgen Seidel. Ziel des Bundes sei es, viele Fließgewässer zu renaturieren und damit die ökologische Qualität und den Hochwasserschutz zu stärken. Allerdings könnten die Interessen der Einheimischen und des Tourismus zu wenig berücksichtigt sein. Schon kleine Störungen könnten eine Wasserstraße völlig lahmlegen, sagte Seidel. Das Konfliktpotenzial sei groß.

Mobilheime

Nach dem Rekord der alten Saison mit mehr als vier Millionen Übernachtungen, gilt es auch für den Campingverband, diesen Stand zu stabilisieren, sagt Sprecher Gerd Scharmberg. Die einzige angestrebte Neuerung, die Aufstellung sogenannter Mobilheime, werde durch den Gesetzgeber ausgebremst. Mobilheime sind vergrößerte Wohnwagen ohne Fahrgestell und können bei Bedarf mit Lastwagen versetzt werden. Der Gesetzgeber sei der Meinung, dass für Mobilheime eine Baugenehmigung notwendig sei - insbesondere wenn es um die Nähe zum Wald geht.

Radwege

Beim Dauerproblem Radwege gibt es bis auf kleine Verbesserungen keine guten Neuigkeiten zu berichten, sagt Martin Elshoff vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). So sei aktuell beim Radfernwanderweg Kopenhagen-Berlin eine Treppe bei Alt Schwerin entfernt worden. Dort mussten die Touristen ihr Rad samt Gepäck tragen. Zu Jahresbeginn war MV auf der Hitliste der Radfahrländer von Platz drei auf sieben abgewertet worden.

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