Politik MV : Neue Partei „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ gegründet

Die bisherigen Mitglieder der Mecklenburg-Vorpommerschen Landtagsfraktion der Alternative für Deutschland (AfD) und neu gegründeten Fraktion «Bürger für Mecklenburg-Vorpommern» (BMV), Ralf Borschke (l-r), Matthias Manthei, Bernhard Wildt und Christel Weißig

Die bisherigen Mitglieder der Mecklenburg-Vorpommerschen Landtagsfraktion der Alternative für Deutschland (AfD) und neu gegründeten Fraktion «Bürger für Mecklenburg-Vorpommern» (BMV), Ralf Borschke (l-r), Matthias Manthei, Bernhard Wildt und Christel Weißig

Ihr Vorbild ist die CSU: Die am Samstag neu gegründete Partei in MV sieht sich als „konservative Regionalpartei“.

svz.de von
20. Januar 2018, 16:56 Uhr

Vier Monate nach der Abspaltung von der AfD haben Politiker um den Landtagsabgeordneten Bernhard Wildt eine eigene Partei gegründet. Rund 20 Interessierte nahmen am Samstag in Hanshagen bei Greifswald an der Gründungsversammlung der Partei Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV) teil. „Wir sehen uns ein bisschen als CSU des Nordens“, sagte der Vorsitzende Michael Bertram der Deutschen Presse-Agentur. Zwar seien die Bedingungen im Nordosten anders. „Aber wir würden uns schon wünschen, dass wir uns - ähnlich wie die CSU in Bayern - langfristig hier in Mecklenburg-Vorpommern etablieren können.“ Das Gros der Gründungsmitglieder hat eine politische Vergangenheit in der AfD. Die Gründungsmitglieder beschlossen eine Satzung und wählten den Unternehmer Bertram zu ihrem Vorsitzenden. Der Landtagsabgeordnete Wildt wurde zu einem seiner beiden Stellvertreter gewählt. Lars Wilhelm ist der zweite. In Hanshagen berieten die Parteimitglieder auch über ein vorläufiges Parteiprogramm.

Im Oktober 2017 hatte Wildt, der dem Vorstand der Partei angehört, zusammen mit drei weiteren Politikern die AfD-Fraktion im Schweriner Landtag verlassen und mit diesen die Fraktion Bürger für Mecklenburg-Vorpommern gegründet. Als einen Grund nannte er mangelnde Distanzierung von Gewalt und Fremdenhass.

 

Die Gründung einer eigenen Partei sei nach dem Austritt aus der AfD-Fraktion folgerichtig, sagte Wildt. „Es gibt in unserem Bundesland eine große Zahl von Menschen, die eine politische Heimat suchen.“ Viele seien von den etablierten Parteien enttäuscht „oder werden von bestehenden rechten Parteien wegen deren Radikalität abgeschreckt“.

Laut Bertram waren drei Viertel der Gründungsmitglieder einst in der AfD. „Wir fühlten uns aber schon da wie praktisch zwei Parteien.“ Seiner ehemaligen Partei warf er Unterstellungen und Diffamierungen vor. Die BMV wolle mit guter Sacharbeit punkten. Ziel sei die Teilnahme an den Kommunalwahlen im Nordosten im kommenden Jahr. Dazu wolle die Gruppierung „mit einer nennenswerten Zahl von Bewerbern antreten“, sagte Bertram.

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